Samstag, 23. Februar 2013

Phenome Soundfont Player - Alles was man braucht und mehr!

Ja, dieser Blog wurde lange Zeit vernachlässigt, aber jetzt geht es mit einem wirklichen Schmankerl weiter. In alten Zeiten, als das Internet noch mit Dampf betrieben wurde, und VST Synthesizer (ausreichender Qualität) entweder noch gar nicht oder spärlich verfügbar waren, gab es ein, heute einigermassen aus der Mode gekommenes, Dateiformat für Samples: Die Soundfonts. Einen Soundfont kann man sich wie einen Schriftfont, also einen Zeichensatz für Klänge vorstellen. Klänge realer Instrumente wurden in verschiedenen Tonhöhen gesampled und in Soundfonts verpackt. Das Format erlaubt auch mehrere Instrumente in Sammlungen in einem Soundfont zu speichern und zu nutzen.

Nun fragt sich der durch teure und teils recht anspruchsvoll ausgeführte VST Simulatoren verwöhnte Musiker im Jahre 2013, wozu man dieses "Dinosaurierformat" heutzutage noch brauchen sollte. Ich habe für mich persönlich festgestellt, daß viele der, heutzutage oft kostenlosen und mit Liebe gestalteten Soundfonts um Längen besser klingen, als viele teure Simulations VSTs. Ausserdem findet man oft Perlen und wirklich seltene Instrumente, welche teils in keiner anderen Form digital verfügbar sind.

So stolperte ich vor einiger Zeit mal wieder über meine doch recht beachtliche Sammlung an Soundfonts und dachte mir, es wäre ja mal wieder eine schöne Idee, der Nostalgie zu fröhnen. Das erwies sich als recht vorteilhaft, da ich zu dieser Zeit gerade an mehreren Songansätzen für mein Projekt Cimelium arbeitete. Hierfür benötigte ich einige überzeugende "Ethnoinstrumente", welche ich in sehr guter Qualität unter meinen Soundfonts fand.

Das Problem war nun, daß das, für die Nutzung der Soundfonts in meiner DAW (FL Studio) nötige VST Plugin (Soundfontplayer) nur in einer Demoversion vorlag, was ein Abspeichern und späteres Nutzen der Projekte verhinderte. Ein kostenloser, möglichst gutes Soundfontplayer VST musste her. Schon in der Vergangenheit nutzte ich hin und wieder den SFZ Soundfontplayer von rgc::audio. Dieser hat allerdings, zumindest in FL Studio, einen entscheidenden Fehler: Verwendet man mehr als eine Instanz, zum Beispiel, weil man zwei Soundfonts in einem Projekt nutzen will, entsteht ein Höllenlärm, was darauf schliessen lässt, daß SFZ nicht threadsicher programmiert ist und sich verschiedene Instanzen in die Haare kommen. Da die Songs für mein Cimelium Projekt unbedingt den Einsatz mehrerer Soundfonts erforderten, musste ich einen Ersatz finden. Ich durchstöberte mehrere einschlägige Foren und die einzige Antwort war immer: SFZ, was sonst?

Durch Zufall fand ich dann einen Verweis auf den Phenome Soundfontplayer und war sofort begeistert, aber auch einigermassen verwirrt. Ich wollte doch nur einen simplen Soundfontplayer und nicht dieses... kompliziert... aussehende... DING! Schön, ich verstand schon auf Anhieb was all die "Dinge" taten, aber es war doch ein bischen mehr als ich erwartet hatte. Nach sehr kurzer Zeit verstand ich, wie die grundlegenden Handgriffe bezüglich der Handhabung von Soundfonts in Phenome funktionierten... und das taten sie mehr als gut. Nach und nach lernte ich die verschiedenen kleinen Erweiterungen zu schätzen, welche mir nach und nach ihre Geheimnisse offenbarten.

Als erstes fiel mir positiv auf, daß mit Phenome wohl nur äusserst selten die Notwendigkeit bestehen dürfte, mehrere Instanzen in einer DAW zu fahren. Phenome bietet die Möglichkeit bis zu 8 Soundfonts zu laden und diese über MIDI Kanäle anzusprechen. Dies zusammen mit der Möglichkeit Multiinstrumenten Soundfonts zu nutzen, sollte genügen. Ich habe dennoch mehrere Instanzen in FL Studio getestet und bin auf keinerlei Probleme gestossen.

Zur Standardausstattung eines einigermassen brauchbaren Soundfontplayers gehört die, auch beim Phenome nicht fehlende, Hüllkurvensektion. Der Phenome ist auch nicht der einzige Soundfontplayer mit Reverb, Delay und Chorus Effekt, bietet hier aber, nicht nur für ein kostenloses Plugin, beachtliche Qualität. Zusätzlich ist noch ein Verzerrereffekt und ein Regler mit der Aufschrift "LOFI" zu finden, welcher mir nach ausführlichen Tests eine Art Ringmodulation zu sein scheint. Die letzteren Regler finden sich in der Filtersektion, welche, spartanisch gehalten, alles liefert, was man zum Filtern braucht.

Ein schönes Extra ist der traditionell gehaltene Arpeggiator, welcher mit einer netten Akkordfunktion aufwartet. Der Arpeggiator läuft solide und erlaubt sich keine "Hüpfer" oder ähnliches. Ein nettes Experimentierfeld, auch im Zusammenspiel mit dem Arpeggiator bietet der Pitch Envelope, mittels dessen man recht interessante Klangexperimente vollführen kann.

Man sieht: Der Phenome Soundfontplayer ist kein spartanischer Sampleplayer, sondern eine vollausgestattete Spielwiese für anspruchsvolle Klangschrauber. Viele verstaubt anmutende Soundfonts erhalten durch den Phenome ein zweites Leben und die Perlen der Soundfont Sammlung erklingen ebenfalls in neuem Glanz. Mein Fazit: Ein absolutes must-have!
 

Donnerstag, 13. September 2012

Des Moog i - Micromoon von Elektrostudio

Wer meinen Sound, speziell den auf dem Album "Electronic Spacerock" oder aber auch den des Projekts Willma Poppen kennt, weiss, daß ich im VST Synthesizerbereich besonders Nachbildungen von Synthesizern der Firma Moog zu schätzen weiss. Lang vorbei sind die Zeiten, in denen die kommerziellen und somit, meines Erachtens, recht kostenintensiven Produkte der Firma Arturia die einzige Mooglichkeit (man verzeihe mir den Kalauer) darstellten, auf dem Computer Moogklänge zu erzeugen. Heutzutage quillt das internet geradezu über von verschiedensten digitalen Klonen des Minimoog, Moog Modular etc. Simulierte Analogsynthesizer liegen voll im Trend.

Angesichts dieser Fülle könnte man den Micromoon des polnischen Hauses Elektrostudio doch glatt übersehen... was mir, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, auch längere Zeit passiert ist. Ich habe den Micromoon als zuverlässigen, ressourcenschonenden und einfach zu bedienenden Partner bei der Synthese epischer Annalogklänge zu schätzen gelernt. Wenn ich eine Besonderheit dieses VST Synthesizers herauspicken sollte, so wäre dies in der Tat die einfache Bedienung. Man muss nicht unbedingt zig Parameter ersteinmal zurechtfummeln, damit dieser Synthesizer einen brauchbaren Klang liefert. Wenige Handgriffe genügen, und der Spass kann losgehen. Dennoch sind genug Mooglichkeiten ;) vorhanden, um auch ein wenig der Klangschrauberei zu fröhnen. Was mir am Micromoon sofort auffiel und auch ein Hauptmerkmal darstellt, ist der schöne warme druckvolle Klang, den man erreichen kann. Dies ist kein fiepsiger typischer Softsynth, den man erst mittels externen Effekten aufpusten muss. Dieser Synth liefert von sich aus absolute Klangkraft. Ein schönes Feature ist der Ribboncontroller, welcher in Zusammenarbeit mit Midicontrollern so manchen Spass liefert. Das einzige, das einen Nutzer am Micromoon stören KÖNNTE ist: Er ist monophon. Also nix mit donnernden Supersaw Akkordorgien. TIP FÜR FL STUDIO NUTZER: Layer Channels helfen hier, da der Micromoon sehr ressourcensparend ist und ohne Probleme in multiplen Instanzen arbeitet. Ich selbst nutze den Micromoon, z.B. in den letztlichen Tracks des Willma Poppen Projekts, gemäss seiner natürlichen Bestimmung, für Leads und Bässe und da leistet er absolut traumhafte Arbeit. Er kommt auch mit einer kleinen aber feinen Auswahl an Presets, welche einen fantastischen Startpunkt für die eigene Klangschrauberei darstellen.

FAZIT: Ressourcensparend, absolut stabil, multiinstanzfähig (habe selbst bis 30 Instanzen ohne Probleme ausprobiert), leicht verständlich und bedienbar. Grossartig warmer und kraftvoller Klang. Ein absolutes "must have" nicht nur für "Analogfetischisten".

Der Micromoon ist Teil des grandiosen Oryg 10 Analog Pack und kann auf der Website von Elektrostudio heruntergeladen werden. HIER KLICKEN!

Mittwoch, 20. Juni 2012

GreenMachine II Amp - Alles was der Gitarrist braucht!

Als ich vor kurzem das Extremist VST vorstellte, kamen gleich hinterher mehrere Anfragen auf Facebook & Co., ob ich nicht eine richtig gute vollständige Amp Simulation auf Lager hätte, selbstverständlich kostenfrei. Und selbstverständlich habe ich sowas und zwar gleich mehrere. Aber beginnen möchte ich mit dem Plugin dieser Art, welches mir am meisten Freude gemacht hat. das soll heissen, von allen Amp Simulationen habe ich diese bisher am meisten genutzt, weil die anderen alle so ihre Schwächen hatten. Am GreenMachine Amp dagegen hat mir nie irgendwas gefehlt oder nicht so, wie ich es wollte funktioniert. Es ist halt ein gutes solides Stück Software und bietet Features, für die man sonst bei GuitarRig & Co. sehr viel Geld ausgeben muss, einfach kostenlos.

Alle Funktionalitäten dieses Plugins detailliert zu erklären würde wahrlich den Rahmen dieses Blogs sprengen. Aber jeder Gitarrist, der schonmal eine E-Gitarre an einen guten Hardwareverstärker angeschlossen hat, müsste die greenMachine eigentlich intuitiv verstehen. Selbstverständlich bietet GreenMachine alles, was ein Standardverstärker oder auch jede Amp Simulation hat, aber auch bei weitem mehr.

Qualität: GreenMachine ist äusserst alt und ist ein ehemaliges kommerzielles Produkt, das irgendwann von den Erstellern für kostenlos erklärt wurde. Dafür gibt es aber jetzt auch keinen Support mehr, aber den braucht man meines Erachtens auch nicht. Das mitgelieferte PDF Handbuch ist umfangreich genug um einem alles zu erklären. Die Oberfläche ist zwar nicht ZU aufgeräumt, aber übersichtlich und dürfte sich auch mässig erfahrenen Musikern sofort erklären. Das Plugin ist mir bisher noch nie abgestürzt, sehr speichersparend und CPU freundlich. Mehrere Instanzen in der DAW? Na spinnst Du? Wozu soll man mehrere Amp Simulastionen simultan in der DAW laufen lassen? Im Ernst: Ich habe es noch nie gemacht ;)

Fazit: GreenMachine ist meiner Meinung nach derzeit das beste Amp Simulations Plugin für Gitarre und Bass, das es kostenlos gibt. Wer am Computer E-Gitarre oder -Bass einspielen und aufnehmen will, und keinen Cent zahlen will, wird meines Erachtens nichts besseres finden. Für Gitarristen und Bassisten ein Muss!

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Samstag, 2. Juni 2012

Steinberg Virtual Bass - Ein wirklicher Veteran!

Heute möchte ich Euch einen wirklichen Klassiker der Bass VSTs vorstellen. Es handelt sich um den Steinberg Virtual Bass. Ich hatte bisher noch die alte Version, die so aussah, aber der neuen eigentlich in nichts nachsteht:
Als ich heute für Euch nach einem Downloadlink suchte, fand ich dann diese neuere Version, die netterweise auch noch als 64-Bit VST zur Verfügung steht:
Ich möchte gleich eines klarstellen: Wer von diesem Plugin einen realistischen Sound eines realen mit Saiten bestückten Basses erwartet, wird enttäuscht sein. Das ganze klingt doch ziemlich synthetisch. Allerdings ist dieses Plugin das jenige, welches dem realistischen Saitenbass Sound von allen, auch kommerziellen Plugins die ich getestet habe am nächsten kommt. Wenn jemand das liest, und meint, er kennt ein Plugin, daß den Sound eines realen Basses besser imitiert, dann lasse ich mich gern eines besseren belehren. Natürlich können teure Sampleplayer mit Gigabytes an Datenumfang hier sicher bessere Arbeit leisten, aber ich rede von reinen BassSYNTHSIZERN, die ohne Samples auskommen. Der Sound eines Saitenbasses ist eben, neben dem Sound einer Akkustikgitarre, der Sound, der für einen Synthesizer die grösste Herausforderung darstellt. Und hier tut der Steinberg Virtual Bass eine ziemlich gute Arbeit. Die Einstellungen sind recht sparsam gehalten. Man kann die Position des Plektrums sowie dessen Form ändern. Ebenso kann man die Position des Pickups stufenlos verschieben. Liebe Bassisten: Macht das mal mit Eurem Hardwarebass mal nach ;) Ein Regler für einen Dämpfungsfaktor der Saiten gibt es auch. Allerdings dämpft der nur bis zu einem bestimmten Grad und das Ploppen einer vollständig gedämpften Saite bekommt man damit nicht hin. Dann gibt es noch einen Regler für die Abklinglänge der Saiten, welcher allerdings auch keine extrem kurze Abklingzeit zulässt. Alles in allem kann man, insbesondere mittels Automation der verschiedenen Parameter, schon recht gute Ergebnisse erzielen.

Qualität: Man sollte von Steinberg, den Erfindern der VST Technik, erwarten können, daß bei diesem Plugin qualitativ gute Arbeit geleistet wurde und diese Erwartung wird nicht enttäuscht. Es handelt sich um ein stabiles, erzsolides und ressourcensparendes VST mit einer Bedienoberfläche, die selbst einem nicht besonder intelligenten Menschen, der auch nur ansatzweise weiss, was ein E-Bass ist, sofort einleuchtet. Da dieses plugin schon sehr alt ist, läuft es auch auf sehr alten Rechnern. Multiple Instanzen in der DAW habe ich noch nie ausprobiert, weil man selten zwei Bässe in einem und demselben Song braucht ;)

Fazit: Der Steinberg Virtual Bass ist, meiner persönlichen Meinung nach, DAS VST Plugin, das den Sound eines realen E-Basses am besten hinbekommt. Es ist ressourcensparend und äusserst stabil programmiert. Ich finde durchaus, daß dieses VST in keiner Sammlung fehlen sollte.

STEINBERG VIRTUAL BASS IST TEIL DER STEINBERG VST CLASSICS VOL. 1
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Freitag, 25. Mai 2012

Extremist - Heftiger Metal Sound für Gitarristen!

Heute möchte ich Euch ein VST Effekt Plugin vorstellen, welches ideal für alle Gitarristen ist, die auf der Suche nach DEM extremen Hevy Metal Gitarrensound sind. Es handelt sich hierbei um keine komplette Amp Simulation, sondern um einen Verzerrereffekt, der es einfach in sich hat. Das Plugin verfügt ansonsten über alles, was man braucht um es mittels einer Gitarre am Computer so richtig krachen zu lassen. Da wäre zum einen eine recht feine Noisegate, die dafür sorgt, daß Brummen und andere Störgeräusche nicht unbedingt ins Signal einfliessen. Man kann die Noisegate auch "kreativ missbrauchen" um einige nette ungewöhnliche Effekte zu erzielen. Zudem verfügt das VST über einen Stereo 14 Band Equalizer. Ein paar Presets gibt es auch, die recht überzeugend den Sound verschiedenster Stilrichtungen im Metal repräsentieren. Das recht sparsam gehaltene Reverb überzeugt mich nicht besonders und deshalb empfehle ich persönlich, es nicht zu nutzen und stattdessen ein anderes Reverb Plugin nachzuschalten. Und obwohl Extremist hauptsächlich für den Einsatz mit Gitarren gedacht ist, kann es nicht schaden, es auch mal mit anderen Klängen auszuprobieren, zum Beispiel mit Drums oder Synthsizern.

Qualität: Das VST läuft stabil und hat bei mir bisher weder Abstürze, noch ein Einfrieren der DAW verursacht. Das einzige, was mir an unangenehmen Dingen untergekommen ist, war, daß bei bestimmten Einstellungen einfach überhaupt gar kein Sound mehr ausgegeben wurde. Vom Ressourcenverbrauch (RAM/CPU) ist der Extremist zwar nicht SEHR sparsam, dürfte aber auf nicht zu alten Computern problemlos funktionieren.

Fazit: Extremist ist mit Sicherheit nicht das beste Plugin für Gitarristen, liefert aber das was sein Name verspricht: Kompromisslos extreme Metalsounds. Da es sich bei diesem VST ausdrücklich um keine vollwertige Amp Simulation handelt, muss noch das eine oder andere Plugin in der Effektkette verwandt werden um einen vollwertigen Gitarrensound zu erhalten. Ich möchte hier nicht sagen, daß dieses Plugin ein "must have" ist. Dafür gibt es einfach zu viele gute Gitarreneffekte im kostenlosen Segment. Dennoch kann es auf keinen Fall schaden, dieses Plugin in der Sammlung zu haben.

Sonntag, 20. Mai 2012

Absolut keine Knöpfchen, aber grosser SOUND - Goldentine von Safwan Matni

Und einmal mehr stelle ich einen kleines aber feines Synthesizer VST Plugin von Safwan Matni vor. Und aufgrund der Tatsache, daß dieses Plugin über KEINERLEI Einstellungsmöglichkeiten verfügt, wird das wohl die kürzeste Beschreibung eines VST bisher. Die Rede ist von Goldentine, einem Plugin, das von aussen nicht nach viel aussieht. Ein Bild einer goldenen Gabel... und das war es. Aber dieses Plugin hat es in sich. Es ist die bisher beste Simulation eines E-Pianos, die mir je begegnet ist. Was ich besonders an Goldentine schätze ist die schlichtweg unglaubliche Klangvariation, die dieses unscheinbare Ding mitbringt. Je nach Anschlagstärke klingt es von seidenweich bis hammerhart. Die tiefen Töne klingen rauchig und erdig, während die höheren glockenartig klingen. Ich selbst habe Goldentine in einigen Produktionen eingesetzt und der Klang dieses VST kamm jedes mal überzeugend rüber. Als Beispiel verlinke ich hier mal meinen Song "Gettin' Old", in dem Goldentine recht gut zu hören ist.

Qualität: Ich nutze Goldentine zwar noch nicht so lange, wie die bisher vorgestellten Plugins, aber lang genug um sagen zu können, daß dieses VST absolut stabil läuft. Es verursachte nie irgendwelche Probleme. Zudem ist es absolut Speicherplatzsparend und beansprucht auch wenig CPU Leistung. Das Plugin sollte auch auf sehr alten Computern problemlos laufen.

Fazit: Goldentine überascht durch einen absolut authentischen Klang und eine Klangvariation, auf die man angesichts des Fehlens jeglicher Einstellungsmöglichkeiten nicht gefasst ist. Muss man haben!


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Samstag, 19. Mai 2012

Mein liebstes Delay - Kjaerhus Classic Delay

Weil ich es heute aufgrund des guten Wetters etwas kürzer machen will, stelle ich Euch einmal mehr ein recht einfaches aber wunderbares VST Effekt Plugin vor: Das Kjaerhus Classic Delay, der leider viel zu früh dahingeschiedenen Firma Kjaerhus. Ich selbst nutze dieses Delay in den meisten meiner Produktionen, und Ihr werdet den Sound, so ihr denn meine Musik kennt, sicherlich sofort wieder erkennen. Bis auf wenige Ausnahmen nutze ich eigentlichen keinen anderen Delay Effekt. Das hat einmal mit ein bischen Faulheit zu tun und auf der anderen Seite mit der Qualität und dem Sound dieses Plugins. Noch dazu ist es recht einfach zu bedienen, denn, wie bei allen Kjaerhus Classic Produkten, wurde auch hier auf einfachste Bedienung Wert gelegt. Es muss wahrlich nicht viel rumgeschraubt werden, um erstklassige Ergebnisse zu erzielen. Dennoch bringt dieses Delay einige überaschende Funktionalitäten mit, welche man sonst nur in kommerziellen Produkten oder gar nicht findet.

Von links nach rechts gesehen findet man folgendes:
  1. einen Input Level Regler, der das Panorama des Eingangssignals bestimmt. TIP: Dies ist besonders für den unter 7. beschriebenen Pingpong Modus wichtig.
  2. ein oft übersehenes Knöpfchen, mittels dessen man das Eingangssignal in ein Monosignal umwandeln kann. Das ist manchmal durchaus eine nützliche Sache.
  3. einen Umschalter für Delay Simulationsarten. Die drei Möglichkeiten sind Tape-,Analog- und Digitaldelay.
  4. zwei Zahlenfelder, die durch Linksklick, Halten der linken Maustaste im gedrückten Zustand und Mausbewegungen nach unten und oben jeweils verändert werden können. Die hier eingestellten Werte gelten nur, wenn der etwas weiter unten beschriebene Sync-Knopf eingeschaltet ist. In diesem Falle wird das Tempo des VSTs mit dem der Hostanwendung synchronisiert. Das obere Feld gibt an, über wieviele Takte sich ein Effektzyklus erstrecken soll. Das untere Feld gibt nun an, wieviele "Echos" innerhalb des im oberen Feld eingestellten Zeitraumes auftreten sollen. Ich bin ganz ehrlich und sage, daß gerade diese exakten und einfachen Einstellungen, neben dem Klang, dieses VST für mich zum Favoriten machen. Darunter gibt es noch einen kleinen Knopf der bestimmt, ob die Einstellungen darüber für Effektdauer und Echorate bestimmend sind, oder ob der Effekt asynchron zum Tempo der Hostanwendung laufen soll. Im letzteren Falle wird das ganze über den nächsten, unter 5. beschriebenen Regler eingestellt.
  5. einen Time(s) Regler, der nur bedienbar ist, wenn der unter 4. beschriebene Sync-Knopf ausgeschaltet ist. Dann wird nämlich der Takt des VST nich mehr mit der Hostanwendung synchronisiert und die unter 4 beschriebenen Zahlenfelder sind absolut ausser Funktion gesetzt. Der Time(s) Regler regelt wie lang ein Delayzylus sein soll. Ist der Regler auf den niedrigsten Wert gestellt, wird alle 0,05 Sekunden ein Echo erzeugt, was zu schnell ist, als daß man es überhaupt hört. Es führt lediglich zu einer Verstärkung des Klangs. Bei höchster Einstellung des Reglers wird nur alle 5 Sekunden ein Echo erzeugt. TIP: Wer auf präzise Echos Wert legt, lässt den Sync-Knopf eingeschaltet und den Time(s) Regler in Ruhe ;)
  6. einen Feedback Level Regler der angibt, wie lange der Delay Effekt anhällt, also wann er abklingt. Sorry, ich bin kein Fachmann in Elektronik. Deshalb kann ich Euch nicht viel darüber erzählen wie das ganze nun theoretisch abläuft. Eines ist aber Klar: Bei niedrigster Einstellung hört der Effekt eingentlich sofort auf. Bei höchster Einstellung klingen die Echos quasi für immer nach und überlagern sich. ACHTUNG: Hier können teils sehr laute Signale durch Überlagerung entstehen. Clippinggefahr!
  7. einen Pingpong Knopf der den Pingpong Modus ein und ausschaltet.
  8. einen Regler der die Samplingqualität des Effekts einstellt. Sollte Dein Rechner nicht allzu antik sein, stelle ihn auf "HI", denn das Kjaerhus Classic Delay ist wirklich sehr CPU Last sparend programmiert.
  9. einen Lowcut Regler, der die Möglichkeit bietet tiefe Klanganteile vom Effekt auszusperren.
  10. einen Hicut Regler, der die Möglichkeit bietet hohe Klanganteile vom Effekt auszusperren.
  11. einen Regler der bestimmt wie das Verhältnis zwischen Signal mit Effekt und dem ursprünglichen Signal im Output liegt. Dreht man den Regler ganz nach links, bekommt man das reine ursprüngliche Signal, dreht man ihn ganz nach rechts, bekommt man nur die Ausgabe des Effekts.
  12. einen Regler für die Lautstärke des Ausgangssignals. TIP: Das Classic Delay macht den Klang immer etwas leiser. Deshalb sollte man, wenn man die ursprüngliche Lautstärke des Signals wiederhaben möchte, den Regler etwas höher drehen.
Ok, das ist dann ja doch noch richtig umfangreich geworden ;) Deshalb kommen wir auch gleich zur Qualität: Der Klang ist, selbst bei niedrig eingestelltem "Quality" Regler, einfach superb. Wie bei allen Produkten aus dem Hause Kjaerhus wurde sehr viel Wert auf Ressourcenfreundlichkeit gelegt. Das VST funktionierte, auch mit mehreren Instanzen gleichzeitig, bereits auf meinem Pentium II 233 Mhz mit 16 MB RAM damals in 2004. Insofern macht Euch keine Gedanken, daß Euer Rechner zu alt sein könnte. Abstürze, Einfrieren der DAW und sonstige Unschönheiten? Seit 2004 NIE passiert!

Fazit: Einer der wirklich unverzichtbaren und meistgenutzten VST Effekte in meinem Arsenal. Speziell für Dub Reggae ist dieses Schätzchen absolut wunderbar. Muss man haben!

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