Mittwoch, 19. März 2014

mdaDubDelay - Dub Wahnsinn aus der VST Steinzeit!

Ich weiss nicht wann dieser VST Effekt das Licht der Welt erblickte. Es muss lange vor der Zeit gewesen sein, als ich auch nur daran dachte auf digitalem Wege Musik zu produzieren. Und lange lag er auch nur so, ohne je benutzt zu werden, in meiner Sammlung rum. Dies lag daran, daß es genug ansprechend gestaltete Plugins gab, die meines Erachtens alles mitbrachten, was ich für meine Dub Abenteuer benötigte. Erst vor einiger Zeit stellte ich fest, daß dieses Plugin einiges schon vorab "gut verdrahtetet" mitbrachte, sehr ressourcensparend war und eben einfach nur Spass machte.

mdaDubDelay bringt kein eigenes GUI mit, weshalb oben auch nur die Darstellung in FL Studio gezeigt ist. Dieses Plugin greift auf die VST GUI Darstellung der jeweiligen Hostanwendung zurück. Wie schon oben kurz erwähnt, habe ich auch deswegen dieses kleine Schätzchen vernachlässigt, weil (ImageLine und alle FL GUI Fans mögen mir verzeihen) die Darstellung nativer VSTs in FL Studio einfach wenig ansprechend ist. Ja, auch ich lasse mich manchmal vom Aussehen leiten ;). Die Macher bei Smartelectronix wollten sich wohl nicht lange mit Oberflächlichkeiten aufhalten.

Unter der Haube hat das mdaDubDelay aber einiges zu bieten, wobei sich, wie der Name schon sagt, alles um den Delay Effekt dreht. Wer also eine all-in-one Dubmaschine erwartet, ist hier falsch. Ich beschreibe die Regler mal nacheinander:
  • Delay - Bestimmt den zeitlichen Abstand der Wiederholungen. Da sich der Effekt an alten auf Tonband basierenden Effekten orientiert, wird hiermit auch die Tonhöhe der Wiederholungen bestimmt.
  • Feedback - Im positiven Bereich wird wie bei jedem Delayeffekt die Länge des Effekts bestimmt. Der negative Bereich ermöglicht die sog. Delay Feedback Sättigung.
  • FbTone - Bestimmt mittels eines einfachen Filters die Klangfrequenz der Wiederholungen.
  • LFODepth - Bestimmt die Schwingungsamplitude der Modulation.
  • LFORate - Bestimmt die Schwingungsfrequenz der Modulation.
  • Output - Ermöglicht eine Verminderung oder Erhöhung des Signals am Ausgang
Hierbei möchte ich noch anmerken, daß ich, als jemand der Effekte gern automatisiert, die LFO Funktionen zur Modulation nicht nutze. Irgendwie ist das mdaDubdelay nämlich ungünstigerweise nicht auf den VST Host zu synchronisieren, was dazu führt, daß bei Verwendung der LFO Funktionen der Effekt bei jedem Abspielen des Songs anders klingt. Was für Livedubber vielleicht sogar erwünscht ist, macht einen beim Automatisieren eher wahnsinnig. Meine Lösung hierfür ist es, den "Delay" Regler zu automatisieren, was eigentlich denselben Effekt erzeugt. Wer den Effekt des eingebauten LFOs ohne Synchronitätsprobleme nachstellen möchte, der automatisiere den "Delay" Regler einfach über eine entsprechende Sinusfunktion.

Ein weiterer anzumerkender Faktor (zumindest für in Extremeffekten weniger erfahrene Menschen) ist folgender: Bei der Verwendung bestimmter, insbesondere extremer, Einstellungen können sehr schnell sehr laute oder extrem nieder- bzw hochfrequente Klänge entstehen. Ein Limiter und die bekannten Equalizervorsorgen sollten auch hier nicht vergessen werden. TIP: Ein durch bestimmte Automatisierungen entstehendes zu lautes Signal kann durch den "Output" Regler, wiederum automatisiert, bequem runtergeregelt werden... und zwar bevor das Signal ungezügelt in den Limiter klatscht ;)

Wie immer zum Abschluss die Beurteilung der Stabilität und des Ressourcenverbrauchs: Bei einem Dinoaurier unter den VSTs wie dem vorliegenden brauche ich wohl kaum etwas zur Ressourcensparsamkeit sagen. Was auf einem Pentium der ersten Generationen und mit minimalem RAM Ausbau problemlos lief, läuft heute noch problemloser. Auch Aubstürze der DAW noch Einfrieren derselben traten nie auf. Über Multiinstanzfähigkeit kann ich nichts sagen, da ich nie mehr als eine Instanz pro Songprojekt im Einsatz hatte.

Das mda DubDelay kommt mit vielen kleinen nützlichen VSTs gemeinsam im kostenlosen Smartelectronix VST Bundle daher. Dieses kann HIER (für Windows und auch für MacOS) heruntergeladen werden.

Viel Spass!

Dienstag, 11. März 2014

Du suchst nach dem absolut einfachsten VST Synthesizer? Hier ist "Charlatan"!


Als ich vor kurzem einem Freund die Grundlagen der Klangsynthese erklären wollte, stand ich vor einem kleinen Problem: Die meisten meiner geliebten Klanggeneratoren sind recht komplex. Es ist absolut keine gute Idee jemandem, der gerade in das Thema einsteigen möchte, das ganze anhand eines vor Funktionalitäten überquellenden Monstersynths zu erklären. Nicht nur, daß man, um anzufangen, erstmal jeden Parameter in den Urzustand versetzen muss. Das ganze wird dann auch recht schnell unübersichtlich.

So war ich nun auf der Suche nach einem, möglichst auf die Grundfunktionen reduzierten, Synthesizer. Gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Ich fand zwar recht bald einige lieblos per SynthEdit zusammengeklickte VSTs. Diese hatten aber überwiegend den Nachteil, daß der Klang dementsprechend schlecht, und/oder die Nutzeroberfläche ein Alptraum war. Andere wiederum schluckten, trotz ihrer Simplizität erstaunlich viel Rechenzeit und waren deshalb ebenfalls unbrauchbar.

In meiner Not half mir ein anderer Freund, welcher mich auf ein Plugin mit dem ungewöhnlichen Namen "Charlatan" aufmerksam machte. Und hier stimmte einfach alles: "Charlatan" verfügt über eine übersichtliche, logisch und nach dem Vorbild klassischer Synthesizer aufgebaute Oberfläche. Es ist alles vorhanden, das für den Einstieg in die Klangsynthese nötig ist, als da wären:
  • 2 Oszillatoren
  • eine einfach aufgebaute Modulatorsektion
  • ein Noisegenerator
  • eine übersichtliche Filtersektion mit den gängigen Funktionen und Filtertypen
  • eine LFO Sektion
  • Einstellungen für Polyphonie/Monophonie, Legato, Retriggering etc.
  • typische ADSR Sektion für die Klanghüllkurve und Modulationshüllkurve
Das einzige schmerzlich fehlende Feature war eine Oszillatoreinstellung für reine Sinusklänge aber das war am Ende zu verschmerzen. Der "Charlatan" liefert einen erstklassigen Klang und sehr gute Performanceeigenschaften durch sparsamen Umgang mit den Ressourcen. Zudem hat er native 64 Bit Unterstützung, was das gefürchtete "bridgeing" in FL Studio vermeidet, das so ziemlich jeden FL Nutzer schon mindestens einmal vor leichte Probleme gestellt hat.

Ich verwende den "Charlatan" seitdem selbst recht oft, wenn es einfach nur darum geht, schnell ein Klangexperiment zu testen. Dieses VST ist mit Sicherheit nichts für Musiker, die komplexe Monstersounds "out of the box" bevorzugen oder nur mit umfangreichen Presetbanken so richtig glücklich werden. Aber hey: Das Teil ist kostenlos, performant, ressourcensparend und äusserst stabil und zusätzlich liefert es auch noch einen Superklang.

ZUR CHARLATAN WEBSITE MIT DEM DOWNLOADLINK GEHT ES HIER -->

Freitag, 7. März 2014

Tone2 - Firebird - Der einzige VST Synthesizer den Du wirklich brauchst!

Der Firebird mit meiner favorisierten Skin
Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder in diesem Blog. Ja nun, meine anderen Projekte nehmen mich halt sehr in Anspruch ;). Und dieses Mal stelle ich Euch eine wirkliche Perle unter den kostenlosen Synthesizer VSTs vor. Und wie im Titel dieses Postings bereits angekündigt, sollte dieser in keiner VST Sammlung fehlen. Ich persönlich nutze ihn Synthesizer in letzter Zeit sehr oft. Und das insbesondere für mein Projekt "Willma Poppen". Wer ein Beispiel hören will, in dem ich exzessiven Gebrauch vom Firebird und seinen vielfältigen Möglichkeiten mache, der sollte sich zum Beispiel meine neueste Produktion "Blauer Montag" anhören. Aber auch in meinen anderen Projekten gibt es seit einiger Zeit kaum ein Stück, bei dem der Firebird nicht zum Einsatz kommt. Die Möglichkeiten dieses Synthesizers erlauben einen Einsatz für praktisch alle Musikrichtungen.

Zu meinen absoluten Lieblingsfeatures des Firebird gehören die vielfältigen Filter (ganze 38 Typen), und hier insbesondere der "M-Shape Filter". Wer schon immer schön rauhe, kreischende Filterexperimente veranstalten wollte, dem  sei dieser Filter besonders ans Herz gelegt. Aber Vorsicht: Ein Limiter ist bei eigentlich allen Klangexperimenten dieser Art empfohlen, hier aber speziell. Und die standardmässigen EQ Grundeinstellungen zum vermeiden extrem tiefer und hoher Frequenzen sollten auch nicht vergessen werden. Aber welchem ernsthaften klangschrauber muss ich das wirklich sagen? ;).

Die Benutzeroberfläche kann man mit Fug und Recht als innovativ bezeichnen. Auf den ersten Blick sieht das Interface recht simpel aus, aber unter der Haube verbergen sich wahrlich unerschöpfliche Möglichkeiten für jede Form des Sounddesigns. Viele Effekte, welche bei anderen Synthesizern recht komplexer Einstellungen bedürfen, lassen sich mit dem Firebird bequem, einfach und intuitiv realisieren, so z.B. vielfältige Modulationseffekte. Der Firebird liefert für jeden Kenntnisstand einen perfekten Einstieg und man kann dann, je nach Lust und Laune immer tiefer in die Klangschrauberei einsteigen. Für den reinen Presetnutzer bieten die insgesamt 437 mitgelieferten Presets schon ein schönes Klangarsenal. Ich sage Dir aber jetzt schon folgendes voraus: Du wirst auf jeden Fall anfangen zu experimentieren, denn die, wie schon gesagt, innovative Benutzeroberfläche verführt dazu. Da ich es normalerweise liebe jede einzelne Note sorgfältig von Hand zu setzen, sind Arpeggiatoren normalerweise inzwischen etwas, auf das ich mit einem nostalgischen Lächeln zurückschaue ;). Aber der Arpeggiator des Firebird verführt mich in letzter Zeit, zumindest am Anfang einer Produktion, diesen zu verwenden. Zusammen mit den, schon erwähnten, vielfältigen Modulationsmöglichkeiten, ist Dein absolut einmaliger Groove nur ein paar Mausklicks entfernt.

Zu den absolut verblüffensten Eigenschaften des Firebird gehört auch seine absolute Ressourcensparsamkeit. Insbesondere im Zusammenhang mit mehreren automatisierten Parametern, zwingt so manches gute Synthesizer VST auch den stärksten Studiorechner gnadenlos in die Knie. Nicht so der Firebird. Ich habe es eigentlich auch mit vielen automatisierten Parametern nie geschafft meinen Studiorechner auszulasten. Dies gilt auch für mehrere Instanzen des Firebird in einem Songprojekt. Ja, und der Firebird ist auch 100% multiinstanzfähig. Wo bei anderen Synthesizern schonmal böse Seiteneffekte bei der Verwendung mehrerer instanzen auftauchen, konnte ich das bei diesem VST nie beobachten. Auch von der Stabilität her gibt es keine Probleme. Ich habe weder einen Absturz des Plugins, ein einfrieren der DAW oder andere wohlbekannte unschöne Effekte erlebt.

Wer sich einen kompletten Überblick über die Features dieses Meisterwerks verschaffen möchte, der kann auf der, unten verlinkten Website des Firebird einen detaillierten Überblick verschaffen. Ich habe den Firebird in FL Studio 10 und 11 verwandt. Über die Verwendbarkeit in anderen DAWs kann ich leider nichts sagen.

Hier geht es zur Website des Firebird mit ausführlicher Beschreibung und Downloadmöglichkeit.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Hardware Review: Audio Technica ATH M50 vs. Shure SRH 840

Dies ist das erste Hardwarereview in diesem Blog und findet auf mehrfachen Wunsch und aus gegebenem Anlass statt. Ich schrieb ungefähr den gleichen Text gestern als Statusmeldung auf Facebook und einige fanden, es wäre eine gute Idee das ganze in diesen, letztens komplett vernachlässigten, Blog zu schreiben.

Anlass dieses Reviews ist der Ausfall meiner Audiotechnica ATH M50 Studiokopfhörer Nach nicht einmal 2 Jahren Gebrauch fiel der rechte Stereokanal komplett aus, was ich auf einen Kabelschaden zurückführe. Vor einiger Zeit rutschte die Feder, welche normalerweise das Kabel vor Zugbelastung und Kabelbruch schützt, aus dem Stecker und liess sich nicht wieder anbringen. Aber der Reihe nach:

Vor nicht einmal 2 Jahren erwarb ich ein paar Audio Technica ATH M50. Diese gelten verbreitet als die Referenz in Sachen Studiokopfhörer schlechthin. Da meine Sennheiser DT770 (damals noch mit fest angebrachten Ohrpolstern) aufgrund von Verdreckung nach 5 Jahren Gebrauch eine Seuchenbedrohung darstellten, war dringend Ersatz notwendig. Selbstverständlich sollten es geschlossene Kopfhörer sein, da ich bei der Arbeit gern möglichst von allen Nebengeräuschen abgeschirmt bin. Ich wusste bereits, daß die ATH M50 von Audio Technica den Quasistandard im Bereich Studiokopfhörer darstellen und so schlug ich die wenigen Warnungen einiger Kollegen in den Wind. Das meist vorgebrachte Argument war die statische Befestigung des Kabels und deren billige Ausführung. Ja, schon beim Kauf fiel mein Blick auf diese Feder, welche am Klinkenstecker angebracht ist und dort zu starke Zugbelastung und Kabelschäden verhindern soll. Diese Feder schrie geradezu "ich bin das erste, was hieran kaputt geht"... was schlussendlich dann auch geschah. Der nächste Minuspunkt, vor dem man mich warnte, machte sich erst bemerkbar, als ich die Kopfhörer ca. 1 1/2 Stunden getragen hatte: Die Ohrmuscheln der ATH M50 sind dermassen klein, daß ich mich ernsthaft frage, wessen Ohren hier als Referenzmass gedient haben. Die eines erwachsenen Mannes können es nicht gewesen sein. So werden die Ohren in die Ohrmuscheln gequetscht. Daß das Material der Ohrenpolster zusätzlich recht steif ist, tun die Ohren nach einiger Zeit recht weh. Ich hatte dem Verkäufer des Musikinstrumentenladens meines Vertrauens beim Kauf ganz klar geschildert, welche Art von Musik ich produziere. BASS ist wichtig, und tatsächlich lieferten die ATH M50 eine Basswiedergabe, die mich sehr beeindruckte. Diese Kopfhörer brachten die Bassfrequenzen extrem gut zur Geltung. Mir fiel, ehrlich gesagt, gar nicht auf, daß die sonstigen Frequenzen weitaus weniger berauschend wiedergegeben wurden. Um das ganze gleich zu entschärfen: Nein, der Efekt ist nicht so gravierend, daß man deshalb auf den Kauf der ATH M50 verzichten sollte. Es ist halt nur, meines Erachtens, keine korrekte Wiedergabe des Gesamtfrequenzbildes gegeben.

Nun war ich vorgestern aufgrund des Ausfals der ATH M50 gezwungen ein paar neue Studiokopfhörer zu erwerben. Und fast hätte ich erneut die Audio Technica ATH M50 gekauft. Generell war ich mit dem Produkt an sich nämlich zufrieden. Es leistete halt gute Arbeit. Glcklicherweise probierte ich dann aber doch das eine oder andere Modell aus und das, welches mich sofort überzeugte waren ein Paar Shure SRH 840. Der Klang war kraftvoll und dynamisch. Zwar traten die Bässe nicht ganz so brilliant hervor wie bei den ATH M50, dafür wirkte das gesamte Frequenzbild stimmig, komplett und ausgeglichen vertreten. Als zweiter Pluspunkt trat ganz klar und sofort fühlbar der Tragekomfort hervor. Nie hatte ich bei einem Werkzeug dermassen ein Gefühl von "die kannst du ewig tragen". Die Ohrmuscheln dürften Platz für auch die grössten Ohren bieten. Das weiche Material der Ohrenpolster liefert zusätzlichen Tragekomfort. Gleiches gilt für den Kopfhörerbügel, welcher beim Shure SRH 840 an der unteren Seite mittels einer Stoffauflage gepolstert ist. Diese minimiert auch das Schwitzen unter dem Kopfhörerbügel. Gestern Abend trug ich die Shure SRH 840 4 Stunden am Stück und der Tragekofort war erstklassig. Den grössten Pluspunkt gegenüber dem ATH M50 stellt für mich dar, daß das Kabel am SRH 840 abnehmbar ist. Dies schützt das Kabel bei Transporten vor Schäden und ermöglicht, daß es bei Beschädigung des einfach ausgewechselt werden kann, anstatt den kompletten Kopfhörer wegschmeissen oder im Garantiefall zum Hersteller zu schicken. Die Fachleute werden mir zustimmen, wenn ich behaupte, daß Schäden an Steckverbindungen und Kabeln die Hauptausfallursache für Kopfhörer im Dauereinsatz darstellen. Praktischerweise findet sich im Lieferumfang des Shure SRH 840 gleich ein Erstzkabel und ein Paar Ohrpolster. Somit ist man auf eine gute Zeit erstmal versorgt und gegen einige Überaschungen gewappnet. Das Kabel mit einem flexiblen Kunststoffbruchschutz am Klinkenstecker macht einen weitaus haltbareren Eindruck als die schlabbrige Feder am ATH M50. Was mir allerdings am SRH 840 ein wenig Kopfschmerzen bereitet, ist die Steckverbindung zwischen Kabel und Kopfhörer. Es handelt sich hierbei um ein kleinen Klinkenstecker, welcher durch einen Drehverschluss gegen Herausrutschen fixiert wird. Diese Befestigung macht auf mich einen ziemlich wackeligen Eindruck und scheint für Materialermüdungsdefekte geradezu prädestiniert Auch die dünnen Kabelverbindungen, welche zwischen Bügel und Ohrmuscheln erheblich herausragen, könnten leicht Schaden nehmen. Ansonsten macht der Shure SRH 840 aber einen soliden Eindruck.

Als Fazit kann ich nur sagen, daß der Shure SRH 840 für mich ganz klar der Favorit unter den Studiokopfhörern in der Preisklasse um 150 Euro ist. Tragekomfort und Klangqualiät sind erstklassig, die Verarbeitung wirkt überwiegend solide und haltbar, der Lieferumfang beinhaltet alles, was man an Ersatzteilen für eine gewisse Zeit benötigt.

Dienstag, 26. März 2013

"Asian DreamZ" - Ein kleines aber nützliches Ethno VST!

Sicher: Mit grossen Ethno Samplebibliotheken kann dieses absolut kostenlose VST Plugin nicht mithalten, aber dafür kostet es ja auch nichts ;). Vom Klang ist "Asian DreamZ" mehr als brauchbar. Der Sampleumfang hält sich jedoch in Grenzen. Zur Verfügung stehen Pipa (enfacher Anschlag und Tremolo), Luan, Guzheng, Erhu, Ban Di und ein komplettes Set asiatischer Percussion. Du hast noch nie etwas von den genannten Instrumenten gehört? Das ist genau der Grund, warum dieses Plugin in der Sammlung eines Musikers, der gern mal Ethnoklänge nutzt, auf keinen Fall fehlen sollte. An kostenlosen Ethno VSTs besteht nun wirklich kein Überfluss und gerade, wenn man Emulationen seltener und/oder wenig bekannter Instrumente sucht, findet man, wenn überhaupt, nur hochpreisige kommerzielle VSTs.

Von der Oberfläche her ist "Asian DreamZ", wie zu ewarten, eher spartanisch ausgestattet. Mehr ist aber auch nicht von Nöten:
  • Ganz links sieht man ein Bild des jeweils aktuell eingestellten Instruments. Wichtig: Viele Nutzer haben anfänglich Probleme zu verstehen, wo man denn nun die Instrumente wechselt. Das tut man, indem man auf das Bild klickt. Es wird dann das jeweils nächste Instrument ausgewählt.
  • In der Mitte findet man Einstellmöglichkeiten für eine typische ADSR Hüllkurve. Hiermit kann man recht interessante Effekte erzielen, da die Orginalinstrumente selbstverständlich über keinen Hüllkurvengenerator verfügen ;)
  • Ebenfalls für Experimentierspass gemacht ist der, auf der rechten Seite platzierte Filterbereich. Man kann zwischen einem Hochpass und Tiefpassfilter wählen und für diesen über jeweils einen Schieberegler den Cutoff- und Resonanzwert festlegen.
Qualität: Die Samples der einzelnen Instrumente sind meines Erachtens hochwertig. Allerdings klingen sie ohne jegliches Nutzen externer Effekte, wie z.B. Hall einigermassen flach. Ich persönlich bevorzuge solch absolut trocken aufgenommenen Samples, da sie z.B. keinen oder sehr wenig eigenen Hallanteil mitbringen und deshalb besser mit eigenen Effekten versehen werden können. Allerdings habe ich bemerkt, daß der trockene Klang der Samples die meisten Erstbenutzer zunächst abschreckt. Der eingebaute Filter ist meines Erachtens... nunja... passabel. Für kleinere Experimente oder betont LoFi-orientierte Projekte eignet er sich recht gut.

Fazit:
  • seltene und den meisten unbekannte Instrumente
  • hohe Samplequalität
  • Flexibilität aufgrund trockener Samples
  • absolut niedrige Ressourcenlast (CPU/RAM)
  • einfache, übersichtliche Benutzeroberfläche
  • stabil und multiinstanzfähig (FL Studio)

Samstag, 23. März 2013

In eigener Sache 23.03.2013

Liebe Leser des Audio Arsenals, ich bin begeistert ob des doch recht grossen Interesses an diesem Blog. Anfänglich dachte ich ja, daß ich das ganze nach kürzester Zeit wieder einstampfen könnte, weil es doch schon so viele Blogs zum Thema gibt und ich auch nicht zu den eifrigsten Bloggern der Blogosphäre gehöre. Der Erfolg sagt aber etwas anderes. Von allen meinen Blogs, inklusive derer zu meinen Musikprojekten, sind die Statistiken, sowohl des Englischen als auch des Deutschen Audio Arsenals die Herausstechenden.

Um diesem Erfolg gerecht zu werden, und Euch, liebe Leser, für eure Treue zu belohnen, habe ich mich entschlossen diesen Blog zu erweitern, anders zu strukturieren... einfach noch besser zu machen. Hierbei helfen mir die vielen Rückmeldungen und inspirierende Mails, welche ich von Euch erhielt. Einer der am meisten geäusserten Wünsche ist, daß ich doch noch mehr persönliche Tips für die VSTs, also z.B. präferierte Einstellungen etc. einbinden soll. Dies wird zukünftig, soweit möglich geschehen. Ihr werdet verstehen, daß das bei einem Synthesizer Plugin mit x-tausend Parametern wohl eher problematisch wird, aber wo immer möglich werde ich ab jetzt bevorzugte Einstellungen einbinden. Das selbe gilt für den Wunsch nach detaillierter Beschreibung der Komponenten der Benutzeroberfläche. Im Falle eines kleinen VST mit wenigen Reglern kann und werde ich Euch gern beschreiben, wofür jeder einzelne Regler gut ist und was man vorzugsweise damit macht. Das kann dann schonmal, wie auch von einigen gewünscht, zu einer Art Minihandbuch/Bedienungsanleitung des VST werden. Aber sobald die Benutzeroberfläche mehr als 100 Regler aufweist, wird es eher unwahrscheinlich, daß ich Lust und Laune habe, jeden einzelnen zu beschreiben. Ich weiss, daß die meisten kostenlosen VSTs ohne jegliches Handbuch daherkommen und so, gerade für Anfänger, teils unverständlich sind. Ich werde mich bemühen Euch da zu helfen wo es geht. Habt aber auch Verständnis, daß es manchmal ein bischen viel werden kann, und ich es dann lieber lasse.

Ein ebenfalls oft geäusserter Wunsch ist der nach Tutorialen, vorzugsweise Videotutorialen. Und wisst ihr was? Das ist schon geplant! Da die meisten meiner Leser eh FL Studio als DAW ihrer Wahl nutzen, muss ich mir auch keine Gedanken machen, daß Nutzer anderer DAWs meine Tutoriale wohl nicht nachvollziehen werden können. Die geplanten Tutoriale werden sich mit verschiedensten Aspekten der digitalen Musikproduktion auseinandersetzen, teils FL Studio spezifisch, teils DAW übergreifend. Ich werde Euch mittels dieser Tutoriale noch etwas tiefer Einblick in meinen Studioalltag gewähren und Euch so manchen kleinen "Geheimtip" verraten.

Ihr seht also: Es geht voran! Vielen Dank für das bisher entgegengebrachte Vertrauen und Interesse. Ich werde Euch nicht enttäuschen :)

Samstag, 23. Februar 2013

Phenome Soundfont Player - Alles was man braucht und mehr!

Ja, dieser Blog wurde lange Zeit vernachlässigt, aber jetzt geht es mit einem wirklichen Schmankerl weiter. In alten Zeiten, als das Internet noch mit Dampf betrieben wurde, und VST Synthesizer (ausreichender Qualität) entweder noch gar nicht oder spärlich verfügbar waren, gab es ein, heute einigermassen aus der Mode gekommenes, Dateiformat für Samples: Die Soundfonts. Einen Soundfont kann man sich wie einen Schriftfont, also einen Zeichensatz für Klänge vorstellen. Klänge realer Instrumente wurden in verschiedenen Tonhöhen gesampled und in Soundfonts verpackt. Das Format erlaubt auch mehrere Instrumente in Sammlungen in einem Soundfont zu speichern und zu nutzen.

Nun fragt sich der durch teure und teils recht anspruchsvoll ausgeführte VST Simulatoren verwöhnte Musiker im Jahre 2013, wozu man dieses "Dinosaurierformat" heutzutage noch brauchen sollte. Ich habe für mich persönlich festgestellt, daß viele der, heutzutage oft kostenlosen und mit Liebe gestalteten Soundfonts um Längen besser klingen, als viele teure Simulations VSTs. Ausserdem findet man oft Perlen und wirklich seltene Instrumente, welche teils in keiner anderen Form digital verfügbar sind.

So stolperte ich vor einiger Zeit mal wieder über meine doch recht beachtliche Sammlung an Soundfonts und dachte mir, es wäre ja mal wieder eine schöne Idee, der Nostalgie zu fröhnen. Das erwies sich als recht vorteilhaft, da ich zu dieser Zeit gerade an mehreren Songansätzen für mein Projekt Cimelium arbeitete. Hierfür benötigte ich einige überzeugende "Ethnoinstrumente", welche ich in sehr guter Qualität unter meinen Soundfonts fand.

Das Problem war nun, daß das, für die Nutzung der Soundfonts in meiner DAW (FL Studio) nötige VST Plugin (Soundfontplayer) nur in einer Demoversion vorlag, was ein Abspeichern und späteres Nutzen der Projekte verhinderte. Ein kostenloser, möglichst gutes Soundfontplayer VST musste her. Schon in der Vergangenheit nutzte ich hin und wieder den SFZ Soundfontplayer von rgc::audio. Dieser hat allerdings, zumindest in FL Studio, einen entscheidenden Fehler: Verwendet man mehr als eine Instanz, zum Beispiel, weil man zwei Soundfonts in einem Projekt nutzen will, entsteht ein Höllenlärm, was darauf schliessen lässt, daß SFZ nicht threadsicher programmiert ist und sich verschiedene Instanzen in die Haare kommen. Da die Songs für mein Cimelium Projekt unbedingt den Einsatz mehrerer Soundfonts erforderten, musste ich einen Ersatz finden. Ich durchstöberte mehrere einschlägige Foren und die einzige Antwort war immer: SFZ, was sonst?

Durch Zufall fand ich dann einen Verweis auf den Phenome Soundfontplayer und war sofort begeistert, aber auch einigermassen verwirrt. Ich wollte doch nur einen simplen Soundfontplayer und nicht dieses... kompliziert... aussehende... DING! Schön, ich verstand schon auf Anhieb was all die "Dinge" taten, aber es war doch ein bischen mehr als ich erwartet hatte. Nach sehr kurzer Zeit verstand ich, wie die grundlegenden Handgriffe bezüglich der Handhabung von Soundfonts in Phenome funktionierten... und das taten sie mehr als gut. Nach und nach lernte ich die verschiedenen kleinen Erweiterungen zu schätzen, welche mir nach und nach ihre Geheimnisse offenbarten.

Als erstes fiel mir positiv auf, daß mit Phenome wohl nur äusserst selten die Notwendigkeit bestehen dürfte, mehrere Instanzen in einer DAW zu fahren. Phenome bietet die Möglichkeit bis zu 8 Soundfonts zu laden und diese über MIDI Kanäle anzusprechen. Dies zusammen mit der Möglichkeit Multiinstrumenten Soundfonts zu nutzen, sollte genügen. Ich habe dennoch mehrere Instanzen in FL Studio getestet und bin auf keinerlei Probleme gestossen.

Zur Standardausstattung eines einigermassen brauchbaren Soundfontplayers gehört die, auch beim Phenome nicht fehlende, Hüllkurvensektion. Der Phenome ist auch nicht der einzige Soundfontplayer mit Reverb, Delay und Chorus Effekt, bietet hier aber, nicht nur für ein kostenloses Plugin, beachtliche Qualität. Zusätzlich ist noch ein Verzerrereffekt und ein Regler mit der Aufschrift "LOFI" zu finden, welcher mir nach ausführlichen Tests eine Art Ringmodulation zu sein scheint. Die letzteren Regler finden sich in der Filtersektion, welche, spartanisch gehalten, alles liefert, was man zum Filtern braucht.

Ein schönes Extra ist der traditionell gehaltene Arpeggiator, welcher mit einer netten Akkordfunktion aufwartet. Der Arpeggiator läuft solide und erlaubt sich keine "Hüpfer" oder ähnliches. Ein nettes Experimentierfeld, auch im Zusammenspiel mit dem Arpeggiator bietet der Pitch Envelope, mittels dessen man recht interessante Klangexperimente vollführen kann.

Man sieht: Der Phenome Soundfontplayer ist kein spartanischer Sampleplayer, sondern eine vollausgestattete Spielwiese für anspruchsvolle Klangschrauber. Viele verstaubt anmutende Soundfonts erhalten durch den Phenome ein zweites Leben und die Perlen der Soundfont Sammlung erklingen ebenfalls in neuem Glanz. Mein Fazit: Ein absolutes must-have!
 

Donnerstag, 13. September 2012

Des Moog i - Micromoon von Elektrostudio

Wer meinen Sound, speziell den auf dem Album "Electronic Spacerock" oder aber auch den des Projekts Willma Poppen kennt, weiss, daß ich im VST Synthesizerbereich besonders Nachbildungen von Synthesizern der Firma Moog zu schätzen weiss. Lang vorbei sind die Zeiten, in denen die kommerziellen und somit, meines Erachtens, recht kostenintensiven Produkte der Firma Arturia die einzige Mooglichkeit (man verzeihe mir den Kalauer) darstellten, auf dem Computer Moogklänge zu erzeugen. Heutzutage quillt das internet geradezu über von verschiedensten digitalen Klonen des Minimoog, Moog Modular etc. Simulierte Analogsynthesizer liegen voll im Trend.

Angesichts dieser Fülle könnte man den Micromoon des polnischen Hauses Elektrostudio doch glatt übersehen... was mir, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, auch längere Zeit passiert ist. Ich habe den Micromoon als zuverlässigen, ressourcenschonenden und einfach zu bedienenden Partner bei der Synthese epischer Annalogklänge zu schätzen gelernt. Wenn ich eine Besonderheit dieses VST Synthesizers herauspicken sollte, so wäre dies in der Tat die einfache Bedienung. Man muss nicht unbedingt zig Parameter ersteinmal zurechtfummeln, damit dieser Synthesizer einen brauchbaren Klang liefert. Wenige Handgriffe genügen, und der Spass kann losgehen. Dennoch sind genug Mooglichkeiten ;) vorhanden, um auch ein wenig der Klangschrauberei zu fröhnen. Was mir am Micromoon sofort auffiel und auch ein Hauptmerkmal darstellt, ist der schöne warme druckvolle Klang, den man erreichen kann. Dies ist kein fiepsiger typischer Softsynth, den man erst mittels externen Effekten aufpusten muss. Dieser Synth liefert von sich aus absolute Klangkraft. Ein schönes Feature ist der Ribboncontroller, welcher in Zusammenarbeit mit Midicontrollern so manchen Spass liefert. Das einzige, das einen Nutzer am Micromoon stören KÖNNTE ist: Er ist monophon. Also nix mit donnernden Supersaw Akkordorgien. TIP FÜR FL STUDIO NUTZER: Layer Channels helfen hier, da der Micromoon sehr ressourcensparend ist und ohne Probleme in multiplen Instanzen arbeitet. Ich selbst nutze den Micromoon, z.B. in den letztlichen Tracks des Willma Poppen Projekts, gemäss seiner natürlichen Bestimmung, für Leads und Bässe und da leistet er absolut traumhafte Arbeit. Er kommt auch mit einer kleinen aber feinen Auswahl an Presets, welche einen fantastischen Startpunkt für die eigene Klangschrauberei darstellen.

FAZIT: Ressourcensparend, absolut stabil, multiinstanzfähig (habe selbst bis 30 Instanzen ohne Probleme ausprobiert), leicht verständlich und bedienbar. Grossartig warmer und kraftvoller Klang. Ein absolutes "must have" nicht nur für "Analogfetischisten".

Der Micromoon ist Teil des grandiosen Oryg 10 Analog Pack und kann auf der Website von Elektrostudio heruntergeladen werden. HIER KLICKEN!

Mittwoch, 20. Juni 2012

GreenMachine II Amp - Alles was der Gitarrist braucht!

Als ich vor kurzem das Extremist VST vorstellte, kamen gleich hinterher mehrere Anfragen auf Facebook & Co., ob ich nicht eine richtig gute vollständige Amp Simulation auf Lager hätte, selbstverständlich kostenfrei. Und selbstverständlich habe ich sowas und zwar gleich mehrere. Aber beginnen möchte ich mit dem Plugin dieser Art, welches mir am meisten Freude gemacht hat. das soll heissen, von allen Amp Simulationen habe ich diese bisher am meisten genutzt, weil die anderen alle so ihre Schwächen hatten. Am GreenMachine Amp dagegen hat mir nie irgendwas gefehlt oder nicht so, wie ich es wollte funktioniert. Es ist halt ein gutes solides Stück Software und bietet Features, für die man sonst bei GuitarRig & Co. sehr viel Geld ausgeben muss, einfach kostenlos.

Alle Funktionalitäten dieses Plugins detailliert zu erklären würde wahrlich den Rahmen dieses Blogs sprengen. Aber jeder Gitarrist, der schonmal eine E-Gitarre an einen guten Hardwareverstärker angeschlossen hat, müsste die greenMachine eigentlich intuitiv verstehen. Selbstverständlich bietet GreenMachine alles, was ein Standardverstärker oder auch jede Amp Simulation hat, aber auch bei weitem mehr.

Qualität: GreenMachine ist äusserst alt und ist ein ehemaliges kommerzielles Produkt, das irgendwann von den Erstellern für kostenlos erklärt wurde. Dafür gibt es aber jetzt auch keinen Support mehr, aber den braucht man meines Erachtens auch nicht. Das mitgelieferte PDF Handbuch ist umfangreich genug um einem alles zu erklären. Die Oberfläche ist zwar nicht ZU aufgeräumt, aber übersichtlich und dürfte sich auch mässig erfahrenen Musikern sofort erklären. Das Plugin ist mir bisher noch nie abgestürzt, sehr speichersparend und CPU freundlich. Mehrere Instanzen in der DAW? Na spinnst Du? Wozu soll man mehrere Amp Simulastionen simultan in der DAW laufen lassen? Im Ernst: Ich habe es noch nie gemacht ;)

Fazit: GreenMachine ist meiner Meinung nach derzeit das beste Amp Simulations Plugin für Gitarre und Bass, das es kostenlos gibt. Wer am Computer E-Gitarre oder -Bass einspielen und aufnehmen will, und keinen Cent zahlen will, wird meines Erachtens nichts besseres finden. Für Gitarristen und Bassisten ein Muss!

HIER KLICKEN UM GREEN MACHINE HERUNTERZULADEN!

Samstag, 2. Juni 2012

Steinberg Virtual Bass - Ein wirklicher Veteran!

Heute möchte ich Euch einen wirklichen Klassiker der Bass VSTs vorstellen. Es handelt sich um den Steinberg Virtual Bass. Ich hatte bisher noch die alte Version, die so aussah, aber der neuen eigentlich in nichts nachsteht:
Als ich heute für Euch nach einem Downloadlink suchte, fand ich dann diese neuere Version, die netterweise auch noch als 64-Bit VST zur Verfügung steht:
Ich möchte gleich eines klarstellen: Wer von diesem Plugin einen realistischen Sound eines realen mit Saiten bestückten Basses erwartet, wird enttäuscht sein. Das ganze klingt doch ziemlich synthetisch. Allerdings ist dieses Plugin das jenige, welches dem realistischen Saitenbass Sound von allen, auch kommerziellen Plugins die ich getestet habe am nächsten kommt. Wenn jemand das liest, und meint, er kennt ein Plugin, daß den Sound eines realen Basses besser imitiert, dann lasse ich mich gern eines besseren belehren. Natürlich können teure Sampleplayer mit Gigabytes an Datenumfang hier sicher bessere Arbeit leisten, aber ich rede von reinen BassSYNTHSIZERN, die ohne Samples auskommen. Der Sound eines Saitenbasses ist eben, neben dem Sound einer Akkustikgitarre, der Sound, der für einen Synthesizer die grösste Herausforderung darstellt. Und hier tut der Steinberg Virtual Bass eine ziemlich gute Arbeit. Die Einstellungen sind recht sparsam gehalten. Man kann die Position des Plektrums sowie dessen Form ändern. Ebenso kann man die Position des Pickups stufenlos verschieben. Liebe Bassisten: Macht das mal mit Eurem Hardwarebass mal nach ;) Ein Regler für einen Dämpfungsfaktor der Saiten gibt es auch. Allerdings dämpft der nur bis zu einem bestimmten Grad und das Ploppen einer vollständig gedämpften Saite bekommt man damit nicht hin. Dann gibt es noch einen Regler für die Abklinglänge der Saiten, welcher allerdings auch keine extrem kurze Abklingzeit zulässt. Alles in allem kann man, insbesondere mittels Automation der verschiedenen Parameter, schon recht gute Ergebnisse erzielen.

Qualität: Man sollte von Steinberg, den Erfindern der VST Technik, erwarten können, daß bei diesem Plugin qualitativ gute Arbeit geleistet wurde und diese Erwartung wird nicht enttäuscht. Es handelt sich um ein stabiles, erzsolides und ressourcensparendes VST mit einer Bedienoberfläche, die selbst einem nicht besonder intelligenten Menschen, der auch nur ansatzweise weiss, was ein E-Bass ist, sofort einleuchtet. Da dieses plugin schon sehr alt ist, läuft es auch auf sehr alten Rechnern. Multiple Instanzen in der DAW habe ich noch nie ausprobiert, weil man selten zwei Bässe in einem und demselben Song braucht ;)

Fazit: Der Steinberg Virtual Bass ist, meiner persönlichen Meinung nach, DAS VST Plugin, das den Sound eines realen E-Basses am besten hinbekommt. Es ist ressourcensparend und äusserst stabil programmiert. Ich finde durchaus, daß dieses VST in keiner Sammlung fehlen sollte.

STEINBERG VIRTUAL BASS IST TEIL DER STEINBERG VST CLASSICS VOL. 1
HIER KLICKEN ZUM DOWNLOAD!

Freitag, 25. Mai 2012

Extremist - Heftiger Metal Sound für Gitarristen!

Heute möchte ich Euch ein VST Effekt Plugin vorstellen, welches ideal für alle Gitarristen ist, die auf der Suche nach DEM extremen Hevy Metal Gitarrensound sind. Es handelt sich hierbei um keine komplette Amp Simulation, sondern um einen Verzerrereffekt, der es einfach in sich hat. Das Plugin verfügt ansonsten über alles, was man braucht um es mittels einer Gitarre am Computer so richtig krachen zu lassen. Da wäre zum einen eine recht feine Noisegate, die dafür sorgt, daß Brummen und andere Störgeräusche nicht unbedingt ins Signal einfliessen. Man kann die Noisegate auch "kreativ missbrauchen" um einige nette ungewöhnliche Effekte zu erzielen. Zudem verfügt das VST über einen Stereo 14 Band Equalizer. Ein paar Presets gibt es auch, die recht überzeugend den Sound verschiedenster Stilrichtungen im Metal repräsentieren. Das recht sparsam gehaltene Reverb überzeugt mich nicht besonders und deshalb empfehle ich persönlich, es nicht zu nutzen und stattdessen ein anderes Reverb Plugin nachzuschalten. Und obwohl Extremist hauptsächlich für den Einsatz mit Gitarren gedacht ist, kann es nicht schaden, es auch mal mit anderen Klängen auszuprobieren, zum Beispiel mit Drums oder Synthsizern.

Qualität: Das VST läuft stabil und hat bei mir bisher weder Abstürze, noch ein Einfrieren der DAW verursacht. Das einzige, was mir an unangenehmen Dingen untergekommen ist, war, daß bei bestimmten Einstellungen einfach überhaupt gar kein Sound mehr ausgegeben wurde. Vom Ressourcenverbrauch (RAM/CPU) ist der Extremist zwar nicht SEHR sparsam, dürfte aber auf nicht zu alten Computern problemlos funktionieren.

Fazit: Extremist ist mit Sicherheit nicht das beste Plugin für Gitarristen, liefert aber das was sein Name verspricht: Kompromisslos extreme Metalsounds. Da es sich bei diesem VST ausdrücklich um keine vollwertige Amp Simulation handelt, muss noch das eine oder andere Plugin in der Effektkette verwandt werden um einen vollwertigen Gitarrensound zu erhalten. Ich möchte hier nicht sagen, daß dieses Plugin ein "must have" ist. Dafür gibt es einfach zu viele gute Gitarreneffekte im kostenlosen Segment. Dennoch kann es auf keinen Fall schaden, dieses Plugin in der Sammlung zu haben.

Sonntag, 20. Mai 2012

Absolut keine Knöpfchen, aber grosser SOUND - Goldentine von Safwan Matni

Und einmal mehr stelle ich einen kleines aber feines Synthesizer VST Plugin von Safwan Matni vor. Und aufgrund der Tatsache, daß dieses Plugin über KEINERLEI Einstellungsmöglichkeiten verfügt, wird das wohl die kürzeste Beschreibung eines VST bisher. Die Rede ist von Goldentine, einem Plugin, das von aussen nicht nach viel aussieht. Ein Bild einer goldenen Gabel... und das war es. Aber dieses Plugin hat es in sich. Es ist die bisher beste Simulation eines E-Pianos, die mir je begegnet ist. Was ich besonders an Goldentine schätze ist die schlichtweg unglaubliche Klangvariation, die dieses unscheinbare Ding mitbringt. Je nach Anschlagstärke klingt es von seidenweich bis hammerhart. Die tiefen Töne klingen rauchig und erdig, während die höheren glockenartig klingen. Ich selbst habe Goldentine in einigen Produktionen eingesetzt und der Klang dieses VST kamm jedes mal überzeugend rüber. Als Beispiel verlinke ich hier mal meinen Song "Gettin' Old", in dem Goldentine recht gut zu hören ist.

Qualität: Ich nutze Goldentine zwar noch nicht so lange, wie die bisher vorgestellten Plugins, aber lang genug um sagen zu können, daß dieses VST absolut stabil läuft. Es verursachte nie irgendwelche Probleme. Zudem ist es absolut Speicherplatzsparend und beansprucht auch wenig CPU Leistung. Das Plugin sollte auch auf sehr alten Computern problemlos laufen.

Fazit: Goldentine überascht durch einen absolut authentischen Klang und eine Klangvariation, auf die man angesichts des Fehlens jeglicher Einstellungsmöglichkeiten nicht gefasst ist. Muss man haben!


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Samstag, 19. Mai 2012

Mein liebstes Delay - Kjaerhus Classic Delay

Weil ich es heute aufgrund des guten Wetters etwas kürzer machen will, stelle ich Euch einmal mehr ein recht einfaches aber wunderbares VST Effekt Plugin vor: Das Kjaerhus Classic Delay, der leider viel zu früh dahingeschiedenen Firma Kjaerhus. Ich selbst nutze dieses Delay in den meisten meiner Produktionen, und Ihr werdet den Sound, so ihr denn meine Musik kennt, sicherlich sofort wieder erkennen. Bis auf wenige Ausnahmen nutze ich eigentlichen keinen anderen Delay Effekt. Das hat einmal mit ein bischen Faulheit zu tun und auf der anderen Seite mit der Qualität und dem Sound dieses Plugins. Noch dazu ist es recht einfach zu bedienen, denn, wie bei allen Kjaerhus Classic Produkten, wurde auch hier auf einfachste Bedienung Wert gelegt. Es muss wahrlich nicht viel rumgeschraubt werden, um erstklassige Ergebnisse zu erzielen. Dennoch bringt dieses Delay einige überaschende Funktionalitäten mit, welche man sonst nur in kommerziellen Produkten oder gar nicht findet.

Von links nach rechts gesehen findet man folgendes:
  1. einen Input Level Regler, der das Panorama des Eingangssignals bestimmt. TIP: Dies ist besonders für den unter 7. beschriebenen Pingpong Modus wichtig.
  2. ein oft übersehenes Knöpfchen, mittels dessen man das Eingangssignal in ein Monosignal umwandeln kann. Das ist manchmal durchaus eine nützliche Sache.
  3. einen Umschalter für Delay Simulationsarten. Die drei Möglichkeiten sind Tape-,Analog- und Digitaldelay.
  4. zwei Zahlenfelder, die durch Linksklick, Halten der linken Maustaste im gedrückten Zustand und Mausbewegungen nach unten und oben jeweils verändert werden können. Die hier eingestellten Werte gelten nur, wenn der etwas weiter unten beschriebene Sync-Knopf eingeschaltet ist. In diesem Falle wird das Tempo des VSTs mit dem der Hostanwendung synchronisiert. Das obere Feld gibt an, über wieviele Takte sich ein Effektzyklus erstrecken soll. Das untere Feld gibt nun an, wieviele "Echos" innerhalb des im oberen Feld eingestellten Zeitraumes auftreten sollen. Ich bin ganz ehrlich und sage, daß gerade diese exakten und einfachen Einstellungen, neben dem Klang, dieses VST für mich zum Favoriten machen. Darunter gibt es noch einen kleinen Knopf der bestimmt, ob die Einstellungen darüber für Effektdauer und Echorate bestimmend sind, oder ob der Effekt asynchron zum Tempo der Hostanwendung laufen soll. Im letzteren Falle wird das ganze über den nächsten, unter 5. beschriebenen Regler eingestellt.
  5. einen Time(s) Regler, der nur bedienbar ist, wenn der unter 4. beschriebene Sync-Knopf ausgeschaltet ist. Dann wird nämlich der Takt des VST nich mehr mit der Hostanwendung synchronisiert und die unter 4 beschriebenen Zahlenfelder sind absolut ausser Funktion gesetzt. Der Time(s) Regler regelt wie lang ein Delayzylus sein soll. Ist der Regler auf den niedrigsten Wert gestellt, wird alle 0,05 Sekunden ein Echo erzeugt, was zu schnell ist, als daß man es überhaupt hört. Es führt lediglich zu einer Verstärkung des Klangs. Bei höchster Einstellung des Reglers wird nur alle 5 Sekunden ein Echo erzeugt. TIP: Wer auf präzise Echos Wert legt, lässt den Sync-Knopf eingeschaltet und den Time(s) Regler in Ruhe ;)
  6. einen Feedback Level Regler der angibt, wie lange der Delay Effekt anhällt, also wann er abklingt. Sorry, ich bin kein Fachmann in Elektronik. Deshalb kann ich Euch nicht viel darüber erzählen wie das ganze nun theoretisch abläuft. Eines ist aber Klar: Bei niedrigster Einstellung hört der Effekt eingentlich sofort auf. Bei höchster Einstellung klingen die Echos quasi für immer nach und überlagern sich. ACHTUNG: Hier können teils sehr laute Signale durch Überlagerung entstehen. Clippinggefahr!
  7. einen Pingpong Knopf der den Pingpong Modus ein und ausschaltet.
  8. einen Regler der die Samplingqualität des Effekts einstellt. Sollte Dein Rechner nicht allzu antik sein, stelle ihn auf "HI", denn das Kjaerhus Classic Delay ist wirklich sehr CPU Last sparend programmiert.
  9. einen Lowcut Regler, der die Möglichkeit bietet tiefe Klanganteile vom Effekt auszusperren.
  10. einen Hicut Regler, der die Möglichkeit bietet hohe Klanganteile vom Effekt auszusperren.
  11. einen Regler der bestimmt wie das Verhältnis zwischen Signal mit Effekt und dem ursprünglichen Signal im Output liegt. Dreht man den Regler ganz nach links, bekommt man das reine ursprüngliche Signal, dreht man ihn ganz nach rechts, bekommt man nur die Ausgabe des Effekts.
  12. einen Regler für die Lautstärke des Ausgangssignals. TIP: Das Classic Delay macht den Klang immer etwas leiser. Deshalb sollte man, wenn man die ursprüngliche Lautstärke des Signals wiederhaben möchte, den Regler etwas höher drehen.
Ok, das ist dann ja doch noch richtig umfangreich geworden ;) Deshalb kommen wir auch gleich zur Qualität: Der Klang ist, selbst bei niedrig eingestelltem "Quality" Regler, einfach superb. Wie bei allen Produkten aus dem Hause Kjaerhus wurde sehr viel Wert auf Ressourcenfreundlichkeit gelegt. Das VST funktionierte, auch mit mehreren Instanzen gleichzeitig, bereits auf meinem Pentium II 233 Mhz mit 16 MB RAM damals in 2004. Insofern macht Euch keine Gedanken, daß Euer Rechner zu alt sein könnte. Abstürze, Einfrieren der DAW und sonstige Unschönheiten? Seit 2004 NIE passiert!

Fazit: Einer der wirklich unverzichtbaren und meistgenutzten VST Effekte in meinem Arsenal. Speziell für Dub Reggae ist dieses Schätzchen absolut wunderbar. Muss man haben!

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Dienstag, 15. Mai 2012

Crystal - Nur die Kreativität setzt die Grenzen!

Heute möchte ich einmal mehr ein Synthesizer VST vorstellen, das mir viel zu spät, nämlich erst vor kurzem begegnet ist. Die Rede ist von Green Oak's Crystal. Vorweg: Dieser Synthesizer ist nichts für Anfänger, es sei denn, man will nur die durchaus umfangreiche Presetbank nutzen. Für jeden Soundtüftler, Knöpfchendreher und irren Axtmörder der Audiosynthese ist dieses Meisterwerk wie geschaffen. Sämtliche Möglichkeiten dieses Synths hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Einige von Euch sagen eh schon, ich würde viel zu lang schreiben. Aber hier die wichtigsten Fakten. Der Crystal bietet sowohl subtraktive als auch FM Synthese und das ganze dreistimmig. Es gibt reichlich Möglichkeit zur Modulation mit sage und schreibe über 90 Parametern. Effekte gibt es auch, nämlich Delay (und davon gleich vier), Reverb und einen schönen Kammfilter, der für so manches Soundmassaker gerade recht kommt. Die sogenannte Mixersektion sieht nicht nur auf den ersten Blick kompliziert und nach reichlich Spass aus. Hier ist es, wo so mancher Klang aus anderen Universen eine zusätzliche Portion an... ähhm... Irrsinn(???) bekommt.

Kommen wir zum Schluss zu meinem Lieblingsdingsbums in diesem VST: Der Breed-Funktion. Schonmal Sounds gezüchtet? Also man nimmt Papa Sound und Mama Sound und die machen dann Liebe und dabei kommt Baby Sound raus... ODER MONSTERSOUND! Hmm, wie kann das mit dem MONSTERSOUND passieren, wenn Mama Sound während der Schwangerschaft nicht gesoffen, geraucht oder bunte Pillen gegessen hat? Neben dem Haus von Mama Sound und Papa Sound steht dummerweise dieses Atomkraftwerk... Na, ist Sonny jetzt völlig verrückt geworden? Was erzählt der da? Doch, liebe Freunde: Das was ich gerade schrieb macht durchaus Sinn. Mit Crystal kann man Sounds züchten. Und tatsächlich wählt man einen Muttersound und einen Vatersound (jeweils ein existierendes Preset) und daraus wird dann ein neuer Sound generiert. Der neue Sound ist aber nicht nur eine Mischung aus den beiden Elternsounds, sondern wird durch einen einstellbaren Mutationswert mehr oder weniger verformt. Und hier sind wir beim Atomkraftwerk, das nämlich dann zum Einsatz kommt, wenn man den kleinen Schieberegler mit der Aufschrift "Mutation" bewegt. Da sich sowohl die Vermischung der Sounds als auch der Mutationswert auf all die unzähligen Parameter von Crystal auswirken, sind auch total verkrüppelte und lebensunfähige Sounds vorprogrammiert. Nunja, Atomkraftwerke neben Geburtskliniken sind eben keine gute Idee ;) Es ist mit diesem Synthesizer und seiner Breed-Funktion aber durchaus möglich richtig schöne (oder auch grausame) neue Sounds zu erstellen. Man muss zwar ein bischen häufiger klicken als beim Oatmeal mit seiner herausragenden Zufallsfunktion, aber bei weitem nicht so oft wie bei den Zufallsfunktionen der meisten VST Synthesizer. Und, solange man den Mutationswert nicht zu hoch einstellt, halten sich die Missgeburten in Grenzen.

Qualität: Mir hat Crystal das eine oder andere mal die DAW einfrieren lassen, ist also abgestürzt. Das passiert wirklich selten, aber man sollte deshalb seine Arbeit doch öfter mal speichern. Die CPU Last war bei mir einigermassen hoch. Das ist kein Wunder, wenn man sich vorstellt, was da drinne alles passiert. Der Speicherverbrauch ist dagegen äusserst moderat. Wenn der PC also nicht ZU antik ist, wird Crystal wohl gut laufen. Ich schätze mal, ab Pentium II sollte es keine Probleme geben ;) Die Klangqualität kann durchaus mit kommeziellen Produkten mithalten. Die Benutzeroberfläche ist recht kompliziert und, besonders für Einsteiger, schwer verständlich. Spätestens beim kryptisch/chaotischen Mixer werden wohl viele aufgeben und das ist schade.

Fazit: Beim Crystal mit seinen unzähligen Möglichkeiten den Klang zu beeinflussen setzt wirklich nur die Kreativität (oder die Ungeduld) die Grenzen. Mit seiner Breed-Funktion bringt dieser Synthesizer eine völlig ungekannte Möglichkeit mit, mittels weniger Klicks völlig neue und interessante Klänge zu basteln und verspricht viele Stunden Spass. Dieser Synth sollte, insbesondere in den Arsenalen von passionierten Klangschraubern, nicht fehlen. Durch die vielen Presets und kostenlos herunterladbare Presetbanken ist Crystal aber auch für reine Presetklicker geeignet. Prädikat: Einzigartig und wundervoll!

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Veränderungen

Ja, dieses Blog ist noch sehr jung und es mag seltsam erscheinen, jetzt schon am Grundkonzept Korrekturen vorzunehmen. Auf der anderen Seite ist es aber nie zu früh korrigierend einzugreifen, wenn sich auf längere Zeit sichtbar Probleme mit dem ursprünglichen Konzept zeigen. Kommen wir gleich zur Sache: Durch derzeitige private Probleme merke ich, daß ich das ursprüngliche Konzept, das da heisst "ein Eintrag pro Tag" nicht zwingend einhalten kann. Gestern zum Beispiel gab es keinen Eintrag und das hatte den Grund, nunja, daß ich einfach Probleme habe. Ich will das Konzept deshalb folgendermassen abändern: Ich werde VERSUCHEN jeden Tag einen Eintrag zu verfassen. Das kann aber auch durchaus heissen, daß es mal mehrere Tage nichts neues gibt. Wenn ich dem ursprünglichen Konzept folgen würde, dann würde ich mich quasi an den Rechner ketten und mich verpflichten in jeder Lage zu posten. das geht einfach nicht.

Es gibt aber auch positive Ideen, die ich Euch mitzuteilen habe. Einige fragten mich per Mail, ob ich nicht ein paar spezielle Presetbanken für kostenlose VSTs veröffentlichen könnte. Ich werde mich demnächst mal an einem Wochenende hinsetzen und sehen, was ich so zustande bringe. Habt bitte Verständnis, daß ich meine selbstgenutzten Presetbanken nicht weggebe, da ich nicht unbedingt meine eigenen charakteristischen Sounds überall wiederhören will. Das ist so eine Macke von mir ;)

Andere fragten mich, ob ich nicht FL Studio Tutoriale auf Youtube veröffentlichen will, in denen gezeigt wird, wie man einen Song ausschliesslich mittels verwendung kostenloser VSTs erstellt oder ein Tutorial in dem ich zeige, wie ich einen Reggaesong bastle. Freunde: Das ist eine Menge Arbeit, aber ich werde mal sehen was ich tun kann.

Schickt mir bitte weiter Anregungen. Alles kommt auf meine grosse Liste... und wird vergessen ;) Quatsch! Ich werde alles auf Machbarkeit prüfen und bei Gelegenheit umsetzen. Ende dieser kurzen Durchsage. Wir machen weiter mit kostenloser Audiosoftware!

Montag, 14. Mai 2012

Taurus - Ein legendärer Basssound!

Als Fan der Rockband Rush kam ich recht früh mit dem Sound des legendären Basssynthesizers Moog Taurus in Berührung. Meine erste Platte von Rush war das 1981 erschienene Album "Moving Pictures". Und dieses Album wurde sehr stark vom Klang des, mit den Füssen zu spielenden Moog Taurus geprägt. Dieser Klang faszinierte mich von Anfang an durch seine überwältigend kraftvolle Charakteristik. Als mir ein Freund dann vor einiger Zeit erzählte, daß es einen VST Entwickler bei Smartelectronix gibt, der eine kostenlose Nachbildung des Moog Taurus als VST Plugin veröffentlicht hat, war ich zuerst etwas skeptisch. Würde dieser Synthesizer tatsächlich halten, was er verspricht? Schon das erste Preset gab eine eindeutige Antwort, nämlich JA! Wenn man dieses erste Preset anspielt, hört man exakt den Klang, der am Anfang des ersten Titles vom Rush Album "Moving Pictures", "Tom Sawyer" kennt. Die Einstellungsmöglichkeiten entsprechen exakt denen des Originals. Die Bedienung ist nicht unnötig kompliziert, sondern auf das nötigste beschränkt. Trotz dieser recht einfachen Bedienoberfläche ist der Taurus imstande eine recht grosse Bandbreite an verschiedensten bassigen Klängen zu produzieren.

Qualität: Geringer Speicherverbrauch, geringe CPU Auslastung, keine Probleme mit mehreren Instanzen. Auch vom Laufzeitverhalten hat der Taurus bei mir nie Probleme verursacht.

Fazit: Ein Plugin, das in keiner Sammlung von VST Nachbildungen legendärer Synthsizer fehlen sollte. Der Klang ist betont synthetisch und ahmt das Original eben direkt nach. Wer nach Klängen realer Saitenbässe sucht, wird mit dem Taurus nicht glücklich. Wer allerdings den Synthesizer Basssound der 70er und 80er Jahre sucht wird den Taurus lieben.

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Sonntag, 13. Mai 2012

Kjaerhus Master Limiter - Ein Regler, viel Spass!

Heute möchte ich mal einen VST Effekt vorstellen, nachdem bisher ja nur Klangerzeuger vorgestellt wurden. Und ich will als ersten VST Effekt in diesem Blog ein Werkzeug vorstellen, das unverzichtbar zu nennen, masslos unetertrieben wäre. Es handelt sich hierbei um den Master Limiter aus der kostenlosen Classic Serie der Firma Kjaerhus, die es wohl nicht mehr gibt. Schade eigentlich, denn die Qualität der Plugins von Kjaerhus ist einfach superb. Also legen wir eine kurze Schweigeminute für eine Firma ein, die ein derart frühes Ende einfach nicht verdient hat.

Was macht der Master Limiter? Er limitiert, ist doch klar ;) Das heisst, er sorgt dafür, daß der Mix nicht zu laut wird und nicht diese fiesen roten Übersteuerungen im Levelmeter und das sogenannte Clipping auftreten. Der Kjaerhus Master Limiter tut hier insbesondere einen sehr guten Job, weil er nicht einfach alles was zu laut ist rüde abschneidet, sondern recht weich, so daß man es kaum merkt. Bei anderen Limitern habe ich oft festgestellt, daß man das Gefühl hat, der Sound klatscht mit voller Wucht gegen eine Betondecke. Das mag von manchen gewollt sein und kann, inbesonder bei etwas heftigerer Musik, wie Gabber, zwar Spass machen, aber meistens will man sowas nicht.

Aber das ist nicht alles: Der Kjaerhus Master Limiter beinhaltet auch einen Compressor, der Klänge, die sonst mehr oder weniger untergehen, auf ein gutes Lautstärkelevel bringt. Man kann den Mix mit diesem Plugin auch mehr oder weniger "aufpumpen", also mehr Druck in das ganze bringen. Das Plugin ist hauptsächlich, wie der Name schon sagt, für den Einsatz im Masterkanal des Mixers der DAW gedacht, tut aber auch für einzelne Instrumentenkanäle oft sehr gut. Beim entfesselten Monsterbass zum Beispiel verhindert der Master Limiter zu laute Stellen und stellt eine gute Möglichkeit dar den Bass zu zähmen, damit andere Instrumentenkanäle eine Chance haben gehört zu werden. Bei Filterorgien mit schönem Cutoff/Resonanz-Wahnsinn sorgt der Kjaerhus Master Limiter dafür, daß an extremen Stellen nichts clippt und die Ohren bzw. Lautsprecherboxen des geneigten Publikums weiterhin unter den Lebenden weilen. Das ist die eine Seite: Das Vermeiden von zu lauten Signalen. Aber es geht auch umgekehrt: Es passiert schonmal, daß dieser ganz bestimmte Synthesizerklang zwar an manchen Stellen exakt die richtige Lautstärke, den richtigen Druck, hat, aber an anderen Stellen gnadenlos im Mix versinkt. Wenn es nicht unbedingt auf die Dynamik dieses Synthesizerklangs ankommt, setzt man einfach einen Kjaerhus Master Limiter auf den Mixerkanal des Sythesizers und, voila: Ein einheitlicher Pegel!

Toll, ein Allheilmittel für jedes Klangproblem, das aus jedem ein Masteringgenie macht, nicht wahr? Nein, das ist NICHT wahr! Der Nachteil bei Verwendung einer All-In-One Compressor/Limiter Kombination ist nämlich, daß die Dynamik des Mixes zu grossen Teilen oder ganz flöten geht. Was für Techno, Dub, Dubstep etc., also die eher druckvollen, lauten Musikrichtungen gut ist, ist nicht automatisch auch für Klassik, orchestrale Musik und eher sphärische Klänge gut. Wo es bei den lauteren Musikarten durchaus gut ist, wenn alles auf Modus "Volle Molle" aufgepumpt wird, geht bei z.B. Klassik oder Chillout komplett die Dynamik der Musik in den Lokus. Es empfiehlt sich also durchaus sich Gedanken zu machen, bevor man jeden Kanal des Mixers mit einem Master Limiter mit hohem Tresholdwert bestückt. Das macht nämlich nur Sinn, wenn man dem Publikum voll was auf die Ohren geben will. Der Compressor sorgt für den nötigen Druck, der Limiter dafür daß das Levelmeter nicht im dauerroten Zustand hängt.

Die Bedienung des Kjaerhus Master Limiter ist grandios einfach gehalten. Es gibt nur EINEN EINZIGEN Regler, der sozusagen die Oberkante der Lautstärke festlegt, ab der limitiert werden soll. Ansonsten gibt es noch ein VU Meter, welches recht präzise anzeigt, wieviel Arbeit der Limiter getan hat, also wieviel Lautstärke limitiert wurde. Ist dieses VU Meter ständig bis zur Hälfte oder gar ganz am leuchten, dann hat man beim Mix einiges grundlegend falsch gemacht und sollte sämtliche Levels der einzelnen Mixerkanäle noch einmal recht gründlich in Augenschein nehmen. Irgendetwas ist da ERHEBLICH ZU LAUT!!! ;) Insofern ist der Kjaerhus Master Limiter nicht nur ein gutes Werkzeug um den finalen Mix zu polieren, sondern auch um zu lernen, wie man Limitieren durch geschicktes Mixen vermeidet, denn hammerhartes Limiting ist in den allermeisten Fällen die Folge eines schlechten Mixes.

Qualität: Wie schon bei den letzten Vorstellungen muss ich im Bezug auf Stabilität und Ressourcenverbrauch sagen: Alles super! Keine Probleme jeglicher Art, ich habe nie festgestellt, daß selbst eine gigantische Anzahl Instanzen irgendein Problem darstellt. Die Bedienung erweist sich durch die Ein-Drehknopf-Bedienung als mehr als einfach.

Fazit: Absolut unverzichtbar! Meist reicht es schon einfach nur das Standardpreset des Kjaerhus Master Limiter zu verwenden. Den einen Bedienknopf muss man nur in den seltensten Fällen überhaupt anfassen. Somit reduziert sich die Arbeit mit dem Master Limiter zumeist darauf, ihn in den Mixerkanal zu legen und das war's. Die Software ist solide und kompromisslos ressourcensparend. Wenn es den Kjaerhus Master Limiter nicht gäbe, müsste man ihn erfinden.

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Samstag, 12. Mai 2012

Accordion von Safwan Matni - Klein aber durchaus nützlich


Nachdem ich in den ersten beiden Vorstellungen recht komplexe VSTs vorgestellt habe, werde ich heute ein recht simples aber durchaus nützliches Plugin vorstellen, nämlich das Plugin "Accordion" von Safwan Matni ist selbst Musiker und hat schon einige sehr simple, aber spezielle Plugins veröffentlicht. Gerade für Musiker die im Ethnosektor, und hier speziell im arabisch/asiatischen Bereich unterwegs sind, sind Safwans Produkte unverzichtbar. Man findet eben nicht viele, und erst recht kostenlose, Ethnoplugins im Netz. "Accordion" ist zum Beispiel das einzige Plugin, das mir während meiner langjährigen Jagd nach kostenlosen VSTs in den Weiten des Netzes begegnet ist, welches speziell für die Immitation eines Akkordeons erstellt wurde. Ihr findet da draussen massig Piano-, Orgel-, Flöten, Gitaren- und was weiss ich für spezialisierte VSTs, aber "Accordion" ist das einzige kostenlose VST Plugin, das ein Akkordeon auch nur annähernd realistisch immitiert.
Und hiermit sind wir beim Klang. Über den gibt es unter befreundeten Musikern durch aus unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen, der Klang wäre unrealistisch, die anderen sagen, der Klang wäre absolut realistisch. Meine Meinung? Die liegt irgendwo dazwischen. Ich finde nicht, daß der Klang extrem realistisch ist, aber schlecht ist er auch nicht. Es lässt sich durchaus ein gutes Ergebnis erzielen wenn man weiss für welche Musik sich "Accordion" eignet und das ist bei weitem nicht jede. Wer meine eigene Musik kennt, der kennt auch meinen Song "Hamburg" vom Album "Reggae?". Hier kommt Accordion voll zum Einsatz, und zwar von Anfang an:
Ich muss die verwöhnten VST Nutzer warnen: "Accordion" bietet nicht viele Einstellungsmöglichkeiten. Auch eine Effektsektion fehlt vollkommen, was mir nicht viel ausmacht, da ich Effekte eh lieber im Mixer der DAW hinzufüge. Meist kille ich sogar die interne Effektsektion eines VST um meinen eigenen Effektstack aufzubauen. "Accordion" ist ein, wie ich es zu nennen pflege, "Nimm es oder lass es"-Plugin. Es hat nicht viele Klangvariationen. Es gibt sieben Einzelstimmen, von denen man jeder eine von drei Oktaven zuordnen kann ....und das war's. Dem Klang, der dabei, ohne hinzufügen externer Effekte herauskommt, fehlt es meines Erachtens an Räumlichkeit. Er klingt platt. Aber das lässt sich durch geschickten Einsatz externer Effekte kompensieren und so lassen sich recht nette Ergebnisse erzielen. Was nicht nur ein wenig stört, ist das fehlen jeglicher Kontrolle über die Spieldynamik und die Hüllkurve. Egal welche Anschlagstärke man z.B. auf dem Keyboard anwendet: Der Klang bleibt gleich. Für schnelle Melodien, Arpeggios oder Musik wie Zydeco eignet sich "Accordion" absolut nicht, da das Attack viel zu lang ist. Hier wäre eine Kontrolle über die Hüllkurve wirklich nicht schlecht gewesen.

Qualität: In den 8 Jahren, die ich dieses Plugin jetzt nutze, hat es nie einen Absturz oder ein Einfrieren der DAW verursacht. Auch andere Probleme sind mir nicht bekannt. Der Speicherverbrauch und die CPU Last sind EXTREMST klein. Der Klang ist durchschnittlich, kann aber durch geschickten Effekteinsatz optimiert werden.

Fazit: "Accordion" ist ein sehr einfaches VST ohne viele Möglichkeiten den Klang zu beeinflussen. Die fehlende Hüllkurvenkontrolle ist ein wirkliches Minus, aber das Teil ist durchaus brauchbar. Wie gesagt ist es das einzige auf Akkordeonklang spezialisierte Plugin und diesen Klang im Synthesizer von Hand realistisch nachzubauen ist eine Arbeit, die ans Unmögliche grenzt. Insofern sollte dieses Plugin in der Sammlung eines jeden Musikers vorhanden sein, der sich mit Ethnoklängen beschäftigt.

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Freitag, 11. Mai 2012

Der meist unterschätzte VST Synth - Oatmeal

Dies ist ein VST Synth, den ich erst vor kurzem entdeckte, aber einige Leute sagen, daß ihn schon die alten Sumerer genutz haben um Musik zu machen. Scherz beiseite: Man sagt er wäre schon sehr alt. Wie konnte sich dieser Synthesizer meiner Aufmerksamkeit dermassen lange entziehen? Ich denke, der Grund steht im Titel dieses Postings. Der Oatmeal VST Synthesizer ist wohl der am meisten unterschätzte Synthesizer der Welt. Also sprechen nicht viele Leute darüber, und deshalb ist er mir wohl bisher nicht über den Weg gelaufen.
Oatmeal mit der Originalskin (Large Version)
Gibt es einen Grund, von dem ich weiss, warum dieser Synthesizer dermassen unterschätzt wird? Ich denke schon. Der Oatmeal kommt mit einer Skin / einem GUI daher, welches hässlich zu nennen masslos untertrieben wäre. Die Farben sind grässlich und das GUI zeigt klar, daß dieser Synthesizer wohl antik ist, denn es schein für Bildschirme mit sehr niedriger Auflösung gemacht zu sein. Aus diesem Grunde werden die Drehregler und andere Bedienelemente auf heutigen hochauflösenden Bildschirmen sehr klein dargestellt. Aber es gibt eine Lösung für dieses Problem, welche bei Erstbenutzung des Oatmeal wahrscheinlich oft übersehen wird: Es gibt einen kleinen (besonders bei Benutzung der Standardskin ;)) Button mit der Aufschrift "Skin". Wenn man auf diesen klickt, ist es möglich eine andere Skin auszuwählen. Im Standardpaket von Oatmeal gibt es eine Skin namens "Large", welche das Auflösungsproblem sogar auf meinem 1680 x 1050 Bildschirm behebt. Jedoch bleiben die Farben so grässlich wie sie sind. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung: Es gibt viele von Nutzern erstellte Skins im Netz, welche dafür sorgen, daß Oatmeal hübsch anzusehen ist.
Das sieht schon SEHR viel besser aus! Oatmeal mit der Blueberry Skin
Meines Erachtens die übersichtlichste Oatmeal Skin: SteelCut
Also das ist es schon, das ich denke, weshalb Oatmeal unterbewertet wird? Könnte es noch etwas anderes geben weshalb Oatmeal gemieden wird? Ja! Oatmeals GUI besteht aus einer auf den ersten Blick unüberschaubarn Zahl an Knöpfen, Drehreglern und anderen Bedienelementen, die für den durchschnittlichen VST Benutzer nicht unbedingt selbsterklärend sind. Ok, Oatmeal kommt mit einer grossen Anzahl fertiger Presets daher und es gibt auch massig von Benutzern erstellte Presetbänke im Netz, aber wer will schon die ganze Zeit Presets nutzen? Viele wollen zumindest ein bischen etwas an den Sounds basteln, und eine solche Menge an Knöpfen und anderen Bedienelementen wie bei Oatmeal schrecken die meisten Benutzer einfach ab. Nicht mich, aber die meisten Nutzer mögen ihre VSTs lieber einfach und schnell verständlich.

Nun, das war jetzt eine Menge Negativität. Aber ich will damit lediglich versuchen zu erklären, warum dieser Synthesizer nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die er, meines Erachtens, verdient. Ich würde nicht im Titel des Postings schreiben, daß dieser Synth unterbewertet wird, wäre ich nicht davon überzeugt, daß Oatmeal ein grossartiger VST Synthesizer mit Eigenschften ist, die ihn ganz klar aus der Masse all der anderen abhebt. Sobald man die Benutzeroberfläche ansatzweise verstanden hat, eröffnet sich eine komplett neue Welt der digitalen Soundsynthese. Ich habe ganze Abende nur mit dem drehen von Reglern, dem Drücken von Knöpfen und anderem verbracht. Ich bin von ganzem Herzen ein Klangschrauber und liebe komplexe Synthesizer, welche mir die Möglichkeit geben neue Klangwelten zu erkunden. Oatmeal ist exakt der Synthesizer für diese Arbeit. Und wo wir schonmal beim Thema sind, kommen wir zu der Sache, die ich am Oatmeal VST Synthesizer am meisten liebe: Der Zufallsfunktion! Ok, viele VST Plugins verfügen über die Möglichkeit, durch einen Klick alle oder bestimmte Parameter mit Zufallswerten belegen zu lassen. Die FL Studio DAW bringt dieses Feature für alle Plugins mit. Aber mal ehrlich: In den meisten Fällen sind die Resultate einfach unbenutzbar. Man muss den Zufallsknopf schon eine gehörige Anzahl Male klicken, ehe auch nur annähernd etwas Nützliches dabei rauskommt. Meistens sind die Ergebnisse grausam, oder es herrscht einfach Stille. Oatmeal ist hier völlig anders. Ich weiss nicht wie der Programmierer von Oatmeal diese Magie vollbracht hat, aber man bekommt sehr oft schon nach einmaligem Klicken des "Randomize" Buttons ein brauchbares Resultat, das, wenn überhaupt, nur noch ein wenig Feinarbeit braucht um ein vollwertiger neuer Sound zu sein. Im Durchschnitt braucht es beim Oatmeal 3-4 Klicks auf den "Randomize" Button bis ein brauchbarer Sound entsteht. Auf diese Art und Weise habe ich schon komplette Soundbänke erstellt. Man bekommt auf diesem Wege völlig neuartige, interessante und manchmal verblüffende Klänge. Ach, und wo wir schonmal bei der Zufallsfunktion sind: Oatmeal hat eine sehr lustige Funktion automatisch Namen für die durch Zufall erstellten Klänge zu vergeben. Es empfiehlt sich, den Statusbereich links unten im Auge zu behalten und man darf öfter mal richtig gut Lachen.

Qualität: Die Klangmöglichkeiten sind überwältigend. Da Oatmeal ein recht antiker Synthesizer zu sein schein, läuft er auch auf antiken Computern und verbraucht sehr wenig RAM und CPU Leistung. Mehrere Instanzen in einer DAW sind absolut kein Problem. Ich habe einen Track in Produktion, in dem 24 Oatmeal Instanzen parallel ohne Probleme laufen. Ich denke, das sagt alles. Das Plugin ist SEHR stabil. Es ist mir nie abgestürzt, eingefroren oder hat andere Probleme verursacht. Das Management der Presetbanken ist sehr leicht verständlich. Ich denke, das ist der Grund dafür, daß es dermassen viele von Nutzern erstellt Presetbanken für Oatmeal im Netz gibt.

Fazit: Oatmeal mag, besonders für den durchschnittlichen VST Nutzer und besonders beim Erstkontakt, hässlich und überwältigend kompliziert wirken. Aber die Hässlichkeit ist leicht durch eine Skin zu beheben und die Komplexität ist nur anfänglich ein Problem. Man gewöhnt sich dran. Für überzeugte Presetnutzer gibt es überhaupt keinen Grund sich mit der komplexen Oberfläche auseinander zu setzen. Es gibt UNMENGEN von Benutzern erstellte Presetbanken im Netz. Man kann Ewigkeiten damit verbringen alleine diese zu erkunden. Wer, wie ich, ein Knöpfchendreher und Soundschrauber ist, wird diesen Synthesizer einfach lieben. Der Oatmeal ist eine Bereicherung und eine grossartige neue Waffe in meinem Klangarsenal und ich kann nicht begreifen, daß es eine Zeit ohne ihn gab. Den muss man einfach haben!

Donnerstag, 10. Mai 2012

Triangle II - Ein Bassmonster und mehr!

Ich musste wirklich nicht lange Nachdenken, welches VST ich in meinem ersten Posting in diesem Blog präsentiere, denn es gibt nur einen digitalen Wegbegleiter, der sich als dermassen nützlich für meine digitale Musikproduktion erwiesen hat. Es handelt sich um den Triangle II VST Synthesizer, der von RGC Audio veröffentlicht wurde, und nun, aus welchen Gründen auch immer, auf der Website von Cakewalk zu finden ist. Ich liebe den Triangle II besonders für seinen FETTEN Bass und habe ihn in vielen meiner (Dub) Reggae Produktionen verwandt. Aber dieser Synthesizer ist durchaus auch für andere Musikrichtungen wie Techno und Electronica geeignet. Die ersten 26 Presets zeigen ganz klar, daß die Stärke des Triangle II bei den Basssounds liegt. Die Basssektion in der linken unteren Ecke des Bedienfeldes ist Dein Weg zum Monsterbass, von dubbigem Subbass bis hin zu knackigen und knarzenden Technobässen. Nur ein weiterer Basssynthesizer? Bei weitem nicht. Da ist noch einiges mehr: Ab dem 27. Preset betrittst Du eine Welt des Synthesizerwahnsinns und wirst sehr schnell feststellen, was dieser Synth kann. Aus rechtlichen Gründen verzichte ich mal, die technischen Spezifikationen von der Cakewalkseite einfach hier ins Blog zu kopieren. Die kann man aber recht bequem auf der Seite von Cakewalk anschauen, wo man den Triangle II auch kostenlos runterladen kann. Stabilität und Qualität: Der Triangle II ist eines der wenigen Plugins die mir niemals abgestürzt sind, die DAW zum Einfrieren brachten oder sonst irgendwie Probleme verursachten. Das Interface ist sauber und übersichtlich gehalten, aber gerade für Einsteiger vielleicht ein bischen schwierig zu verstehen. Es sind einfach zu viele Knöpfe vorhanden, bei denen man ersteinmal herausfinden muss, wofür sie gut sind. Der Triangle II läuft problemlos auch auf antiken Computern. Ich glaube mich erinnern zu können, daß er schon auf meinem alten Pentium II 233 Mhz problemlos lief. Mehrere Instanzen des Triangle II in ein und derselben DAW stellen ebenfalls kein Problem dar. Fazit: Der Triangle II stellt ein unverzichtbares Werkzeug in meinem Arsenal dar und sollte in keiner ernsthaften VST Sammlung fehlen. KLICKE HIER UM DEN TRIANGLE II HERUNTERZULADEN!